Ripple Labs, das Unternehmen hinter dem Blockchain-Zahlungsnetzwerk Ripple, wurde wegen irreführender Darstellungen kritisiert. Das Unternehmen soll behaupten, den Token "entdeckt" zu haben, anstatt zu sagen, dass es ihn geschaffen hat.
In einer hitzigen Twitter-Diskussion am 9. Oktober kritisierte der Coinmetrics.io-Mitbegründer und Castle Island Ventures-Partner Nic Carter das Unternehmen dafür, dass es versuche, die Art seiner Beziehung zum XRP zu verschleiern:
"Fürs Protokoll, diese Psychopathen behaupten tatsächlich immer noch und in vollem Ernst, dass sie den XRP "entdeckt" hätten, anstatt zu sagen, dass sie ihn geschaffen haben."
"Wie Chevrons Beziehung zu Öl"
Carters oben erwähnter Tweet greift eine vorangegangene Nachricht des Journalisten Cory Johnson auf, die auf der Liste der 100 einflussreichsten Personen im Kryptobereich im Jahr 2019 von Modern Consensus steht.
Johnson, ein ehemaliger Bloomberg TV-Moderator, arbeitete vom März 2018 bis Februar 2019 etwa ein Jahr lang als leitender Marktstratege bei Ripple. Am 5. Oktober twitterte er:
"Ripples Beziehung zu XRP ist wie Chevrons Beziehung zu Öl. Wir haben viel davon, wir glauben, dass das eine bessere Technologie ist, und wir unterstützen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten - aus Milliarden von Gründen. Aber wir haben nicht alle davon, wir kontrollieren ihn nicht und wir sind nicht XRP."
Neben Carters sarkastischer Antwort - "Ich vermisse diese guten alten Tage, als XRP noch wie eine Wildkatze war!" - hat er auch einen Link zu einem Artikel des Rechtsanwalts Preston Byrne vom Herbst 2018 veröffentlicht, den er als die definitiv gerechtfertigteste Meinung in dieser Angelegenheit betrachtet.
Streit um die Geschichte
In Byrnes Artikel wird die Geschichte des Ripple-Netzwerks, von Ripple Labs und der Schöpfung von XRP aufgezeigt. Dabei hat er Dokumente, wie etwa die Gründungsvereinbarung und Unterlagen zur Firmengründung untersucht. Nachdem er die Dokumente analysiert hatte, argumentierte Byrne:
"Es gab keinen 'Offiziellen Ledger', der XRP enthält, oder Transaktionen auf dem Ledger, der heute als "XRP" verwendet wird, bevor Ripple Labs, Inc. (ursprünglich Newcoin Inc.) am 19. September 2012 gegründet wurde."
Dieses Argument widerspricht direkt einer Aussage von Brad Garlinghouse in einem Interview, die Carter hervorhob:
"Ein wirklich wichtiger Unterschied ist, dass es das XRP-Ledger schon gab, bevor es Ripple - das Unternehmen - gab. Wir sind sicherlich am Erfolg des XRP-Ledgers interessiert, auf jeden Fall - wir besitzen viele XRP. Aber es ist ein bisschen so, als würde man sagen, dass Exxon eine Menge Öl besitzt. Das macht Öl nicht zu einem Wertpapier."
Wie Cointelegraph bereits berichtete, wurden in dieser Diskussion auf Twitter diese Woche verschiedene Kontroversen fortgeführt, die es seit Jahren schon gibt. Einige davon sind schon in den Mittelpunkt verschiedener Rechtsverfahren gerückt.
Dabei geht es um die Fragen, wie sehr Ripple mutmaßlich eine Zentralisierung betreibt, der Umgang mit den Token, das Eigentum (das Unternehmen soll schätzungsweise 60 Prozent der XRP-Token besitzen), mutmaßliche Kursmanipulation sowie die Frage, ob es sich beim XRP um ein Wertpapier handelt oder nicht.
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