Ein amerikanisches Berufungsgericht auf Bundesebene hat die Entscheidung bestätigt, eine Sammelklage von Anlegern gegen den Online-Broker Robinhood Markets wegen der Affäre um Meme-Aktien von Anfang 2021 abzuweisen.

Insgesamt 16 Anleger beteiligten sich im September 2021 an einer entsprechenden Sammelklage gegen die Handelsplattform. Darin behaupteten sie, dass die Handelsplattform sie aktiv am Kauf von 13 „Meme-Aktien“ gehindert habe, als im Januar 2021 ein Short-Squeeze ausgelöst wurde, der mehreren Hedgefonds zum Verhängnis wurde.

Dieses Eingreifen habe die Anleger einerseits daran gehindert, die etwaigen Gewinne einzustreichen, und andererseits dafür gesorgt, dass die Kurse der betreffenden Meme-Aktien anschließend in den Keller gegangen sind.

Robinhood gewann bereits im Januar 2022 einen Antrag auf Abweisung der Klage mit der Begründung, dass die Kläger keinen rechtmäßigen Anspruch geltend machen konnten. Im März 2023 hatten die Sammelkläger dann vor dem US-Berufungsgericht Einspruch eingelegt.

Es scheint jedoch, dass die Investoren nun einen weiteren Rückschlag erlitten haben, da das Berufungsgericht die Entscheidung der Klageabweisung bestätigt. Die vorsitzende Richterin Britt Grant erklärt in ihrem Urteil, dass die Argumente der Kläger rechtlich nicht stichhaltig seien.

Dahingehend führt sie aus, dass Robinhood „das Recht hatte, so zu verfahren“, weil die Handelsplattform rechtlich nicht verpflichtet war, die Anleger vor einem wirtschaftlichen Verlust zu schützen.

Demnach war und ist die Robinhood rechtlich befugt, den Wertpapierhandel ihrer Kunden einzuschränken und die Annahme von Transaktionen zu verweigern, wie Richterin Grant ausführt.

Auszug aus dem Urteil des Berufungsgerichts, das die vorherige Klageabweisung bestätigt. Quelle: US Appeals Court.

Falls die Anleger beschließen sollten, die Angelegenheit weiter zu verfolgen, führt ihr nächster und letzter Weg zum Obersten Gerichtshof der USA. Allerdings müssen sie dafür zunächst einen Antrag auf „Writ of certiorari“ einreichen, ein Rechtsmittel, das den Obersten Gerichtshof auffordert, einen bestimmten Fall zu überprüfen.

Der Oberste Gerichtshof befasst sich allerdings nur mit etwa 100-150 Fällen aus über 7.000 Anträgen, so dass die Chancen der Kläger auf eine erneute Anhörung in dem Fall relativ gering sind.

Der GameStop-Short-Squeeze fand im Januar 2021 statt und wurde ursprünglich von Nutzern des Subreddits /wallstreetbets ausgelöst.

Die Absicht des Short Squeezes bestand darin, den Wall-Street-Firmen, die die betreffenden Aktien leerverkauft hatten, große Verluste zuzufügen und dadurch selbst zu profitieren.

Neben der Aktie von Gamestop waren 12 weitere Aktien Teil des Dramas, darunter die Wertpapiere von AMC Entertainment, American Airlines Group, Blackberry, Bed, Bath & Beyond und Trivago.

GameStop war jedoch einer der größten Gewinner der durch Reddit ausgelösten Preiserhöhung und stieg laut Macrotrends.net zwischen April 2020 und Januar 2021 um über 9.900 % von 0,86 US-Dollar auf über 86 US-Dollar.