Russland: Gazprom will Blockchain bei Vereinbarungen zu Gaslieferungen verwenden

Der russische Premierminister begrüßte eine Initiative, bei der der staatliche Gasriese Gazprom Blockchain bei Vereinbarungen über Gaslieferungen verwenden soll. Das geht aus einem Bericht der lokalen Finanznachrichtenagentur Vestifinance vom 4. April hervor. Die Nachrichtenagentur gehört zur russischen Fernseh- und Rundfunkgesellschaft RTR.

Der Leiter des staatlichen russischen Gasriesen Gazprom Alexey Miller hat sich mit dem russischen Premierminister Dmitri Medwedew getroffen, um ihm über die Entwicklung von Anwendungen, die auf Distributed-Ledger-Technologie basieren (DLT), Bericht zu erstatten.

Laut Miller hat Gazprom umfangreich mit der staatlichen russischen Bank Gazprombank zusammengearbeitet und hat ein Prototypmodell entwickelt. Dadurch sollen Verträge automatisch mittels der Blockchain-Technologie abgeschlossen werden. Die Plattform soll den Datenaustausch zwischen allen Teilnehmern eines bestimmten Vertrages ermöglichen und die Datensicherheit verbessern, wie Miller erklärte.

In der Anfangsphase sei geplant, das Projekt ausschließlich von Großkunden testen zu lassen, so Miller.

Dem Bericht zufolge unterstützte Medwedew das Projekt von Gazprom und behauptete, dass die Blockchain-Technologie in der russischen Industrie und bei der Tätigkeit von Unternehmen wie Gazprom großes Potenzial habe.

Medwedew betonte auch, dass die neue Initiative wichtig sei, da sie einen echten Anwendungsfall der Blockchain-Implementierung darstelle. Er erklärte auch, dass die Technologie zwar oft stark gehypt, aber oft nicht wirklich verstanden werde.

Anfang Februar testete die Gazprom-Öltochter Gazprom Neft die Implementierung von Blockchain-Technologie in ihrer logistischen Ressourcen-Lieferkette.

Ende 2018 kooperierte Gazprom Neft mit einer russischen Tochtergesellschaft der Raiffeisen Bank International, um eine Bankgarantie über Blockchain auszugeben.