SEC lehnt 9 Bitcoin-ETF-Anträge ab

Die US-Wertpapier- und Börsenkommission (SEC) hat insgesamt neun Anträge drei verschiedenen Antragstellern auf ein Listing und den Handel von diversen Bitcoin (BTC) Börsenhandelsfonds (ETFs) abgelehnt. Das geht aus drei separaten Beschlüssen hervor, die von der SEC am 22. August veröffentlicht wurden.

Die Ablehnungen kamen einen Tag vor dem erwarteten Termin, dem 23. August. Dabei ging es um ein BTC-ETF-Paar, die von ProShares in Verbindung mit der New York Stock Exchange (NYSE) ETF-Börse NYSE Arca eingereicht wurden.

Die SEC hat nun weitere sieben vorgelegte ETFs, abgesehen von den beiden von ProShares abgelehnt. Das sind fünf weitere vorgeschlagene ETFs von Direxion, ebenfalls für ein Listing an der NYSE Arca und zwei Vorschläge von GraniteShares für ein Listing am CBOE.

Bei allen drei Ablehnungen hat die SEC erklärt:

"Die Kommission lehnt diese vorgeschlagene Regeländerung ab, da die Börse, wie nachstehend beschrieben, ihrer Verpflichtung nach dem Börsengesetz und der Geschäftsordnung der Kommission nicht nachgekommen ist, nachzuweisen, dass ihr Vorschlag mit den Anforderungen des Börsengesetzes Artikel 6(b)(5) übereinstimmen, insbesondere mit der Anforderung, dass die Regeln einer nationalen Wertpapierbörse so gestaltet sein müssen, dass betrügerische und manipulative Handlungen und Praktiken verhindert werden.

Alle drei Anträge hatten Futures-basierte Bitcoin-ETFs vorgeschlagen. Die SEC hat heute ihre Bedenken über die unzureichende "Widerstandsfähigkeit gegen Kursmanipulationen" in einem nicht ausreichend großen BTC-Derivatemarkt bekräftigt. Im Falle der beiden ETFs von ProShares - und auch in den beiden anderen Ablehnungsbeschlüssen - hat die SEC erklärt:

"Unter anderem hat die Börse keinen Nachweis erbracht, dass es sich bei den Bitcoin-Futures-Märkten um "Märkte von erheblicher Größe" handelt. Dieser nicht erbrachte Nachweis ist von entscheidender Bedeutung, da die Börse, wie nachstehend erläutert, nicht nachgewiesen hat, dass andere Mittel zur Verhinderung betrügerischer und manipulativer Handlungen und Praktiken ausreichen, und daher ist eine gemeinsame Überwachung mit einem geregelten Markt von erheblicher Größe im Zusammenhang mit Bitcoin erforderlich".

Wie es in einer Registrierungserklärung der SEC vom März 2018 hieß, "beabsichtigen die ProShares-Fonds nicht, Bitcoin-Futures-Kontrakte durch Verfall zu halten, sondern beabsichtigen stattdessen, ihre jeweiligen Positionen zu schließen oder zu "rollieren". Das wurde speziell als potenzielles Risiko für die beiden betroffenen ETFs genannt - neben der "extremen Volatilität und geringen Liquidität", die sowohl dem Bitcoin-Spot- als auch dem Derivatemarkt zugeschrieben wird.

In den heutigen drei Beschlüssen hat die SEC jedoch deutlich gemacht:

"Die Behörde möchte hervorheben, dass ihre Ablehnung nicht auf einer Bewertung beruht, ob die Bitcoin- oder Blockchain-Technologie im Allgemeinen einen Nutzen oder Wert als Innovation oder Investment hat."

Diese jüngsten Ablehnungen der SEC spiegeln die Bedenken wider, die die Behörde bereits in ihrer anfänglichen Ablehnung eines hochkarätigen Bitcoin-ETF-Antrags der Winklevoss-Zwillinge im März 2017 geäußert hatte:

"Wenn der Spotmarkt nicht reguliert ist, muss es bedeutende, regulierte Derivatemärkte geben, die sich auf den Basiswert beziehen, mit denen die Börse eine Überwachungsvereinbarung abschließen kann."

Im Juli dieses Jahres lehnte die SEC die Petition der Winklevoss-Brüder ab, die sie infolge der anfänglichen Ablehnung des Antrags einreichten, in der die Zwillinge behaupteten, die Kryptomärkte seien "auf einzigartige Weise resistent gegen Manipulationen". In ihrer Ablehnung der Petition sagte die Behörde, "das der Kommission vorliegende Protokoll" stützt eine solche Schlussfolgerung nicht".

Anfang August hat die SEC ihre Entscheidung über einen weiteren Bitcoin ETF-Antrag aufgeschoben - Diesmal wurde dieser von der Investmentgesellschaft VanEck und dem Finanzdienstleistungsunternehmen SolidX für den Handel an der CBOE eingereicht. Anstatt einen Bitcoin Futures-basierten Fonds vorzuschlagen, legte der Antrag ein physisch unterstütztes Modell vor, das Fragen zur Verwahrung aufwerfen wird.

Bitcoin liegt derzeit bei etwa 6.380 US-Dollar (5.506 Euro), was einem Rückgang von etwa 2,2 Prozent innerhalb von 24 Stunden bis Redaktionsschluss entspricht.