Südkorea: Zweitgrößte Partei will Blockchain für Mitglieder einsetzen

Die konservative Partei Südkoreas, die Koreanische Freiheitspartei (LKP), hat erklärt, die Blockchain-Technologie in vier Hauptbereichen einsetzen zu wollen. Das geht aus einer offiziellen Ankündigung vom 31. Januar hervor.

Die LKP, früher bekannt als die Saenuri-Partei, ist derzeit die zweitgrößte Partei in der südkoreanischen Nationalversammlung und hat über ein Drittel der Sitze der 20. Nationalversammlung inne. Im Jahr 2015 hatte die LKP über 3 Millionen Mitglieder.

Die Partei plane, eine neue Ära der offenen digitalen Demokratie einzuleiten, indem sie die Blockchain-Technologie einsetzt, so die Pressemitteilung. Die Initiative soll Informationen transparenter machen und "ein neues System aufbauen, an dem sich Bürger und Mitglieder der Partei auf revolutionäre Weise beteiligen können".

In der Pressemitteilung heißt es außerdem:

"Die Blockchain gilt als eine der Schlüsseltechnologien der vierten industriellen Revolution und ermöglicht es den Nutzern, Daten auszutauschen und gegenseitiges Vertrauen zu garantieren."

Die Blockchain-Technologie wird in vier Hauptbereichen eingesetzt. Sie wird verwendet, um die Ergebnisse der Sitzungen der zentralen und lokalen Parteienversammlungen aufzuzeichnen, und auch, um die wichtigsten Leistungsindikatoren der Aktivitäten der Mitglieder zu erfassen und auszuwerten. In der Pressemitteilung heißt es auch, dass Mitgliedern möglicherweise Token zur Verfügung gestellt werden sollen. Es wird aber nicht näher erläutert, wie ein solches Token-System aussehen oder welchen Zweck es erfüllen soll.

Der dritte Bereich, bei dem Blockchain-Technologie verwendet werden soll, ist der Abstimmungsprozess für Wahlen in der Partei. Diese Anwendung soll ein Online-Blockchain-System umfassen, das Anonymität, Transparenz und Sicherheit ermögliche, so die Ankündigung. Die Blockchain werde auch für ein Petitionssystem verwendet, wodurch die Manipulation von Kommentaren von Parteimitgliedern verhindert werde.

Die südkoreanische Regierung hat kürzlich angefangen, das Potenzial für Blockchain-Technologie zu erforschen. Dabei werden insbesondere die administrative und politische Transparenz betrachtet. Bereits im Juli letzten Jahres hat ein Bezirk im Südwesten von Seoul ein Blockchain-basiertes "Bewertungssystem für Vorschläge" eingeführt, um die bestehenden Bewertungsverfahren und die Gerechtigkeit bei Verwaltungsverfahren zu verbessern.

Ende November gaben das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft und IKT und die Nationale Wahlkommission bekannt, dass sie planen würden, Blockchain-Technologie für ein Online-Abstimmungssystem einzusetzen, wie Cointelegraph am 28. November berichtete.

Letzten Monat gab Yeongdeungpo-gu - ein Verwaltungsbezirk in der südkoreanischen Hauptstadt - offiziell den Beginn eines Bewertungssystems bekannt. Dieses werde durch Blockchain-Technologie unterstützt und soll die administrative Transparenz stärken.