Die Anzahl der Validatoren bei Solana ist in den letzten drei Jahren dramatisch zurückgegangen, was Bedenken hinsichtlich der Dezentralisierung des Blockchain-Netzwerks aufkommen lässt, da die Wirtschaftlichkeit des Betriebs eines Nodes kleinere Betreiber verdrängt.
Die Anzahl der Solana-Validatoren sank laut Daten von Solanacompass von einem Höchststand von 2.560 Validator-Nodes im März 2023 um 68 % auf 795 am Mittwoch.
Validatoren sind für das Hinzufügen neuer Blöcke und die Überprüfung von Transaktionen in vorgeschlagenen Blöcken verantwortlich und spielen eine wichtige Rolle beim Betrieb des dezentralen Ledgers.
Ein Teil des Rückgangs ist zwar auf die Entfernung inaktiver „Zombie“-Nodes zurückzuführen, doch laut Branchenvertretern zwingen steigende Betriebskosten und der Gebührenwettbewerb kleinere Validatoren dazu, sich aus dem Netz zurückzuziehen.
Ein unabhängiger Solana-Validator-Betreiber, der unter dem Namen Moo Beiträge veröffentlicht, kommentierte auf X, dass viele kleine Validatoren eine Schließung in Betracht ziehen, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist.
„Viele kleine Validatoren erwägen aktiv, den Betrieb einzustellen (einschließlich uns). Nicht, weil wir nicht mehr an Solana glauben, sondern weil die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist.“

Moo erklärte, dass große Validatoren, die 0 % Gebühren verlangen, kleinere Validatoren aus dem Markt verdrängen, wodurch es wirtschaftlich unrentabel wird, eine Node weiter zu betreiben.
„Wir haben mit der Validierung begonnen, um die Dezentralisierung zu unterstützen. Aber ohne wirtschaftliche Tragfähigkeit wird Dezentralisierung zu Wohltätigkeit“, monierte Moo.
Dieser Trend deutet darauf hin, dass kleine Validatoren nicht mehr nachhaltig zur Sicherung des Netzwerks beitragen können. Er zeigt gleichsam, dass die Nodes von Solana zunehmend von großen Betreibern betrieben werden, wodurch kleinere Akteure verdrängt werden und potenzielle Bedenken hinsichtlich des Dezentralisierungsgrades des Netzwerks aufkommen.
Solana: Nakamoto-Koeffizient im Sinkflug
Zusammen mit dem Rückgang der Validatorenzahl sank laut Solanacompass auch der Nakamoto-Koeffizient von Solana im gleichen Zeitraum um 35 % von 31 im März 2023 auf 20 am Mittwoch.
Der Nakamoto-Koeffizient misst die Dezentralisierung einer Blockchain, indem er die Mindestanzahl unabhängiger Einheiten wie Validatoren oder Miner ermittelt. Der Rückgang signalisiert, dass die gestakten Solana-Bestände weniger verteilt sind und das Netzwerk weniger dezentralisiert ist.

Ein Grund für diesen Rückgang könnten die steigenden Kosten für den Betrieb eines profitablen Validator-Nodes sein, die in den letzten drei Jahren zusammen mit dem Solana-Kurs (SOL) deutlich gestiegen sind.
Ohne Hardware- und Serverkosten benötigen Validatoren für das erste Betriebsjahr eine Anfangsinvestition von mindestens 49.000 US-Dollar in SOL-Token, wobei jährlich mindestens 401 SOL für Abstimmungsgebühren erforderlich sind, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Der Grund dafür ist, dass Validatoren am Protokollkonsens teilnehmen müssen, was bedeutet, dass sie für jeden Block, auf den sich der Validator einigt, eine Abstimmungstransaktion senden müssen, was laut der technischen Dokumentation des Solana-Validators Agave bis zu 1,1 SOL pro Tag kosten kann.
Cointelegraph hat die Solana Foundation um eine Stellungnahme gebeten, aber bis Redaktionsschluss keine Antwort erhalten.

