Bitcoin im Mittelpunkt der Hongkonger Proteste: HSBC schließt Spendenkonto

Zensurresistente Währungen, wie etwa Bitcoin (BTC), sind notwendig. Das wird aktuell wieder einmal deutlich, da die HSBC nun ein Konto sperrte, das mutmaßlich zur Finanzierung der Hongkonger Demonstranten verwendet wurde.

Wie das Hong Kong Economic Journal am 18. November berichtete, hat die multinationale britische Bank kürzlich ein Firmenkonto geschlossen, das für die Weiterleitung von Spenden verwendet wurde, die als Unterstützung für die Demonstranten gesammelt wurden.

HSBC: Schließung im Rahmen einer "üblichen Überprüfung"

Vor fünf Monaten begannen die Proteste in Hongkong und werden nun zunehmend gewalttätiger. Die Bank erklärte, ihre Entscheidung sei eine Formalität. Das Konto soll für einen anderen Zweck als ursprünglich angegeben verwendet werden. 

Im Rahmen der 30-tägigen Kündigungsfrist wurde dem ungenannten Konto letzten Monat mitgeteilt, dass es diese Woche geschlossen werde.

Gegenüber Bloomberg erklärte Vinh Tran, eine Sprecherin der Bank in Hongkong:

"Im Rahmen unserer Pflicht, die Identität der Kunden festzustellen und die Finanzbranche zu schützen, überprüfen wir regelmäßig die Konten unserer Kunden. Wenn uns Aktivitäten auffallen, die vom angegebenen Zweck des Kontos abweichen, oder Informationen fehlen, prüfen wir eingehend alle Aktivitäten. Das kann auch zur Schließung des Kontos führen."

Die in Londoner Bank HSBC zeigt eine starke Präsenz in der Stadt, da sie unter Druck stehe, "ihren Status bei den Bewohnern dort aufrechtzuerhalten", so Bloomberg.

Das Unternehmen hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 über 35 Prozent seines bereinigten Umsatzes in Hongkong erzielt. Im Oktober dieses Jahres hieß es, dass sein Geschäft in der Stadt trotz der politischen Turbulenzen weiter solide laufe.

Notfallbefugnisse des Staates

Nur Tage, nachdem die Hongkonger Proteste nach dem 70. Jahrestag der Volksrepublik China stärker wurden, hat der Mitbegründer von Morgan Creek Digital Anthony Pompliano gesagt, dass die Tatsache, dass Bitcoin "nicht beschlagnahmt werden kann" in Zeiten geopolitischer Krisen ein immer attraktiveres Merkmal werde: Aus Sorge vor einem härteren Durchgreifen gegen die bürgerlichen Freiheiten durch Notfallbefugnisse haben Bewohner im Massen die Geldautomaten in der Stadt verwendet, um ihre Ersparnisse abzuheben. 

Zahlungsabwicklungsintermediäre für Kryptowährungen wurden aufgrund ihrer Anfälligkeit, sobald es zu politischem Druck kommt, heftig kritisiert. Vor kurzem war das auch bei BitPay der Fall, nachdem das Unternehmen Spenden an die Hong Kong Free Press für mehrere Wochen blockiert haben soll.

Gestern hat der ehemalige Leiter der Finanzabteilung von PayPal berichtet, dass die Bank of America (BoA) sein Konto ohne Angabe von Gründen geschlossen habe.