Medien: Berichterstattung ist während schwachen Kryptomärkten am höchsten

Eine neue Studie der Blockchain-Forscher von Clovr hat ergeben, dass die Medienberichterstattung über Kryptowährungen am höchsten ist, wenn die Märkte abstürzen. In der Analyse wurde der Zusammenhang zwischen Krypto-Kurswerten und der abgebildeten Meinung der veröffentlichten Berichte untersucht.

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Bitcoin Marktkapitalisierung (pink) im Vergleich mit der Anzahl der veröffentlichten Artikel (blau). Quelle: Clovr

Im Rahmen der Studie hat Clovr 48 bedeutende amerikanische und internationale Unternehmen der Presselandschaft hinsichtlich ihrer Berichterstattung über Kryptowährungen untersucht, wobei ein Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis zum 31. Juli 2018 betrachtet wurde. Alle Artikel wurden mit den Analyse-Tools „Valence Aware Dictionary and sEntiment Reasoner (VADER)” und dem „Natural Language Toolkit (NLTK)” durchleuchtet, die das gezeichnete Meinungsbild eines Textes erfassen können. Es wurden insgesamt 7.527 Texte in ihrer vollen Länge ausgewertet.

Gegen Ende 2017 erreichte die Krypto-Berichterstattung einen Höhepunkt, nachdem die Märkte zuvor von ihrem Rekordhoch purzelten und einen steilen Absturz hinlegten. Das Medienecho war dementsprechend groß. Ein ähnlicher Trend zeigte sich im Mai und im Juni 2018, als die Krypto-Kurswerte erneut stark fielen, was wiederum von einem Anstieg der Berichterstattung begleitet wurde. Des Weiteren heißt es in der Studie:  

„Noch im Jahr 2016 gab es eine deutlich positivere als negative Stimmung, sowohl was die Quantität als auch die Qualität der Artikel angeht. Mitte 2017 nahm die Berichterstattung dann insgesamt zu, wobei negative Meinungsbilder immer häufiger wurden. Dieser Trend wurde unter anderem von den pessimistischen Prognosen prominenter Wirtschaftsgrößen wie Warren Buffett und Mark Cuban befeuert, die in diesem Kontext auch von einer ‚Spekulationsblase‘ sprachen.“

Clovr

Absolutes Stimmungsbild der Krypto-Artikel (oben); Gemitteltes Stimmungsbild der Krypto-Artikel (unten) Quelle: Clovr

Im Hinblick auf Nachrichtenportale, die besonders häufig über Kryptowährungen berichteten, gab Clovr an, dass Forbes und Business Insider „gemeinsam insgesamt 1.335 Artikel veröffentlicht haben, die im Vergleich überdurchschnittlich positiv waren, während lediglich 413 ihrer Artikel als negativ eingestuft wurden.“

Die amerikanische CNBC hat im betrachteten Zeitraum mehr als 1.000 Artikel mit Krypto-Bezug herausgegeben, wovon 52,9% positiv waren und 47% negativ. Die rechtskonservative Webseite Breitbart News hat, zusammengerechnet mit der linken Nachrichtenorganisation Raw Story, 91 negative Artikel und lediglich einen positiven veröffentlicht. Bei Reuters, USA Today und Gizmodo hat sich das durchschnittliche Meinungsbild im Laufe der Zeit merkbar verschlechtert.

Wie zuvor berichtet, hat die Nutzung von Bitcoin als Zahlungsmittel in diesem Jahr drastisch abgenommen. Die entsprechende Studie von Chainanalysis erkennt zwar die zunehmende Stabilität der Kryptowährung an, trotzdem ist der Wert der Zahlungen per Bitcoin (BTC) von 427 Mio. US-Dollar (Dezember 2017) bis auf 96 Mio. US-Dollar (September 2018) zurückgegangen.