Südkurier startet kostenlosen Blockchain-Fälschungsschutz für Abonnenten

Abonnenten der deutschen Tageszeitung Südkurier können ab sofort kostenlos Dateien mit einem Blockchain-Echtheitsnachweis versehen, so eine Bekanntmachung in der Onlineausgabe der Zeitung vom 5. Juni.

Der neue Dienst mit dem Namen Südkurier Trusted Timestamp nutzt dafür eine Blockchain-Anwendung des Schweizer Unternehmens OriginStamp. Über die Webseite können Nutzer pro Monat für 25 Dateien per Upload einen Zeitstempel als Hash-Wert erstellen, der automatisch in der Blockchain gespeichert wird und von ihnen als Zertifikat heruntergeladen werden kann.

Am jeweiligen Folgetag veröffentlicht der Südkurier in der gedruckten Ausgabe ein Zertifikat als sogenannten Root-Hash, mit denen sich der Hash-Wert aller am Vortag hochgeladenen Dateien und dadurch deren Originaltreue überprüfen lässt.

Einschränkungen zu bestimmten Dateiformaten gibt es bei dem neuen Blockchain-Dienst laut einer FAQ des Südkuriers nicht. Wie der Südkurier darin erläutert, werden durch die innovative Technologie keine Dateien selbst gespeichert:

“Durch das Hochladen Ihrer Daten erstellen Sie lediglich einen kryptographischen Fingerabdruck (Hash), der keinen Rückschluss auf die Originaldaten zulässt. Nur dieser Hash wird anschließend unveränderbar in der Blockchain gespeichert, damit Sie jederzeit beweisen können, wann Ihre Daten abgespeichert wurden und dass Ihre Daten seit dem Abspeichern nicht verändert wurden.”

Als mögliche Einsatzgebiete der Südkurier Trusted Timestamp führt das Medienhaus Nachweise für Miete und Kaution, Verkaufsverträge, Urheberrechtsnachweise und andere wichtige Dokumente wie Testamente an. Auch Handwerker sollen laut dem Südkurier von dem neuen Dienst profitieren können:

“Nachdem eine Leistung erbracht wurde, kommt der Kunde plötzlich mit Reklamationen. Diese können, müssen aber nicht in jedem Fall gerechtfertigt sein. Daher kann es vor Ablieferung einer Leistung und Übergabe an den Kunden etwas bringen, wenn man den Zustand vor der Übergabe zeitgestempelt dokumentiert. Kommt es dann zu Reklamationen, liegt ein fälschungssicherer Beweis vor - und der Kunde wird zögern, die Reklamation geltend zu machen oder einzuklagen.”

Herkunfts- und Echtheitsnachweise gelten als ein klassischer Anwendungsfall der Blockchain-Technologie. Genutzt wird dieser Ansatz mittlerweile von vielen Unternehmen, wie etwa der Luxusmarke Louis Vuitton oder aber auch von Händlern von Bio-Lebensmitteln und Lieferanten von frisch gefangenem Fisch.