Schweizer E-Voting-Experiment mit Blockchain-Technologie stößt auf große Zustimmung

Nach einem Wahlexperiment mit Blockchain-Technologie Ende Juni in der Schweizer Gemeinde Zug begrüßt die Mehrheit der Teilnehmer eine mögliche Einführung von E-Voting, gab die Stadt Zug heute, am 28. August in einer Pressemitteilung bekannt.

Zwischen dem 25. Juni und dem 1. Juli hatten Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt mit einer digitalen ID bei einer Konsultativabstimmung teilnehmen können, bei der Blockchain-Technologie zum Einsatz kam. Die Teilnehmer konnten dabei mit ihren Smartphones über eine von dem Unternehmen Luxoft bereitgestellte, Ethereum-basierte digitale ID-Registrierungs-Anwendung ihre Stimme abgeben.

Wie die Gemeinde Zug in ihrere Mitteilung schreibt, haben von 220 Einwohnern mit einer digitalen ID der Stadt 72 Personen bei dem E-Voting-Test mitgemacht. 75 Prozent gaben in einer danach unter den 220 Digital-ID-Nutzern durchgeführten Befragung an, eine Einführung von E-Voting generell zu begrüßen. 21 Prozent sehen durch die eingesetzte Blockchain-Technologie Sicherheitsvorteile gegenüber klassischen Wahlverfahren. Nur zwei Prozent der Befragten stehen dem Konzept E-Voting ablehnend gegenüber und wollen dessen Einführung verhindern.

Auch wenn die einzelnen Elemente der Abstimmungslösung von den Teilnehmern allgemein als “sehr positiv” bewertet wurden, äußerten viele der Teilnehmer Kritik an der Durchführung des Experiments. Die Stadt Zug schreibt hierzu:

“Bemängelt wurde, dass über die Durchführung der Abstimmung in den Medien nicht genug berichtet wurde. Viele Umfrageteilnehmer beklagten sich darüber, nichts von der Abstimmung vernommen zu haben oder erst im letzten Moment. Einige berichteten, dass sie erst im Nachhinein von der Abstimmung in Kenntnis gesetzt wurden.”

In Bezug auf diese Kritikpunkte schreibt die Stadtverwaltung, dass es aus “technischen Gründen nicht möglich” gewesen sei, die “Inhaberinnen und Inhaber einer digitalen ID der Stadt Zug über die uPort-App im Hinblick auf eine bevorstehende Abstimmung zu benachrichtigen.”

Die geringe Zahl der Teilnehmer dürfte die Aussagekraft der Umfrageergebnisse deutlich schmälern. Es ist davon auszugehen, dass dabei besonders technikaffine Nutzer mitgemacht haben, welche auch der Blockchain-Technologie offener gegenüber stehen.

Bei der Abstimmung setzte die Gemeinde Zug eine in Zusammenarbeit mit der Stadt Zug, der Fakultät Informatik der Hochschule Luzern und dem Unternehmen Luxoft entwickelte E-Voting-Plattform auf Basis der Blockchain-Umgebung Hyperledger Fabric ein. Die E-Voting-Plattform von Luxoft soll laut Angaben des Unternehmens in Zukunft “Open Source” ausgestaltet werden. Das bedeutet, dass sie durch die Offenlegung des Quellcodes kostenlos von Dritten genutzt und weiterentwickelt werden kann.