Der Direktor der Sicherheitsabteilung des Schweizer Unternehmens Kudelski, Rich Fennessy, warnt in einem am 7. Mai veröffentlichten Interview mit der Westschweizer Zeitung “Le Temps” vor Schwachstellen im Umgang mit Blockchain-Technologie, welche in diesem Jahr das Ziel von automatisierten Cyberangriffen mit Künstlicher Intelligenz werden könnten.

Gefragt nach den von Kudelski erwarteten neuen Bedrohungen, sagte der Sicherheitsexperte, er erwarte in 2018 Cyberattacken, die von künstlicher Intelligenz angetrieben oder Elemente davon beinhalten würden. Auch Blockchain-Projekte könnten davon betroffen sein, so Fennessy:

“Wir fanden auch Schwächen in der Art und Weise, wie Menschen Blockchain-Technologie implementieren und nutzen. Obwohl dieses Konzept konzeptionell sehr sicher ist, ist das Ökosystem um es herum nicht immer auf dem gleichen Niveau. Wir erwarten auch häufigere Cloud-Attacken sowie Proximity-Attacken.”

Mögliche Schwachstellen von Blockchain-Systemen würden häufig von verantwortlichen Managern unterschätzt, da diese sich vorrangig auf Geschäftschancen konzentrierten, statt auf operative Risiken, so Fennessey weiter. Der Trend hin zum Cloud-Computing schaffe zudem neuartige Risiken und erschwere Untersuchungen bei Problemen.

Wie zahlreiche Hackerattacken bereits gezeigt haben, sind Blockchain-Systeme vor allem in Zusammenhang mit Kryptowährungen ein attraktives Angriffsziel. Im Januar entwendeten Hacker umgerechnet 430 Mio. Euro in NEM-Kryptowährung von der Krypto-Börse Coincheck.

Aber auch Einzelpersonen werden zum Ziel von Hackerangriffen, wie der Diebstahl - von umgerechnet 1,6 Mio. Euro in Kryptowährung - des Investors Ian Balina aufzeigt.

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