Schweiz: Anti-Geldwäsche-Standards für digitale Vermögenswerte

Der Kapitalmarkt- und Technologieverband (CMTA) aus der Schweiz hat am 18. Oktober neue Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) bei digitalen Vermögenswerten und Distributed-Ledger-Technologien (DLT) veröffentlicht.

Der CMTA ist ein gemeinnütziger, unabhängiger Verband, der Anfang des Jahres in Genf gegründet wurde, um die Einführung von DLTs, wie zum Beispiel Blockchain, und digitalen Vermögenswerten an den Finanzmärkten zu fördern.

Er ist eine gemeinsame Initiative der Online-Bank Swissquote, des Softwareanbieters Temenos und der größten Anwaltskanzlei des Landes Lenz & Staehelin.  

Laut dem CMTA sollen die kürzlich veröffentlichten Standards "die Maßnahmen zur Einhaltung der Schweizer Vorschriften gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung klar definieren". Laut dem CMTA-Generalsekretär Fedor Poskriakov soll das Dokument "den Weg für eine konforme Tokenisierung von Finanzvermögenswerten ebnen".

Das Dokument ist in zwei Teile gegliedert. Der erste beschreibt die einzuhaltenden Standards für Emittenten von digitalen Vermögenswerten. Das ist unabhängig davon, ob sie sich formal als Initial Coin Offerings (ICOs) bezeichnen oder nicht; Der zweite richtet sich an Schweizer Banken, Wertpapierhändler und andere Vermittler, die Geschäftsbeziehungen mit Emittenten oder Investoren im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten eingehen möchten oder deren Geschäftspraktiken wesentlich mit dem Angebot von digitalen Vermögenswerten und/oder DLTs zu tun haben.

Die Standards sind keine gesetzliche Vorgabe und haben keinen formalen regulatorischen Status. Der CMTA erklärt allerdings, dass sie einen Konsens unter Finanzbranchenexperten darüber darstellen, wie man eine gute Praxis im Bereich dieser neuen digitalen Vermögenswerte etablieren und durchführen sollte.

Der CMTA erklärt außerdem, dass die Leitlinien auf verschiedenen gesetzlichen Rahmenwerken basieren. Darunter sind unter anderem das Schweizer Geldwäschegesetz, die Schweizer Geldwäscheverordnung, die Geldwäscheverordnung der FINMA und andere Gesetze, die Verhaltenskodexe und Sorgfaltsanforderungen für Schweizer Banken enthalten.

Wie letzte Woche berichtet wurde, hat eine zwischenstaatliche Organisation aus Frankreich, die Arbeitsgruppe für Maßnahmen im Finanzwesen (FATF), kürzlich ihre Standards für digitale Währungen aktualisiert. Diese haben den Zweck, sicherzustellen, dass Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte den AML- und CFT-Regulierungen unterliegen.

Anfang der Woche hat Swissquote angekündigt, dass sie "die erste Bank weltweit" sei, die Kauf- und Depotdienstleistungen für ICO-Token für Kunden anbiete.