Schweizer Privatbank meldet 400 Neukunden mit Interesse an Kryptoprodukten

Nach Bekanntwerden des geplanten Einstiegs in den Blockchain-Sektor durch die Schweizer Privatbank Maerki Baumann haben bereits 400 Neukunden ihr Interesse an Kryptoprodukten bekundet.

Swiss Info berichtete am 22. August, das in Zürich ansässige Institut mit 8,2 Milliarden an Kapital sehe sich einem harten Marktwettbewerb und einer Erosion seiner Margen ausgesetzt und habe sich deshalb für einen Einstieg in den Blockchain-Sektor entschieden.

Maerki Baumann will Blockchain-Marktführer werden

In einem Interview mit Swiss Info sagte Maerki Baumann CEO Stephen Zwahlen, der Einstieg der Bank in das Kryptogeschäft stelle eine dramatische Wende dar:

"In unserem traditionellen Geschäft müssen wir in der Regel jedem Kunden nachlaufen. Es ist ziemlich selten, dass Kunden einfach an unsere Tür klopfen. Plötzlich hatten wir 400 Leute, die mit uns reden wollten. Und sie waren genau die freundlichen Menschen, um die wir seit 10 Jahren kämpfen mussten [....] sie sind in der Regel zwischen 30 und 40 Jahre alt, sehr gut ausgebildet und haben eine unternehmerische Mentalität."

Laut Zwahlen hat Maerki Baumann "den Ehrgeiz, die Privatbank in der Schweizer Kryptoarena zu werden". Er betonte, die Unterstützung der Banken für die aufstrebende Branche sei nach wie vor ein heikles Thema in der Schweiz.

"Es kann nicht sein, dass innovative Schweizer Unternehmen für Corporate Banking-Dienstleistungen nach Liechtenstein gehen müssen", sagte er. "Viele von ihnen bieten eine große Chance, unseren Finanzplatz weiterzuentwickeln."

Maerki Baumann wird sich entsprechend eines im März dieses Jahres vom Vorstand genehmigten Konzeptes zunächst darauf konzentrieren, Geschäftskonten und Startup-Beratung für die Durchfüvon Security Token Offerings (STO) anzubieten.

Bis Anfang 2020 will die Bank Partnerschaften mit Kryptospezialisten eingehen, um auch externe Storage- und Trading-Services für Bitcoin (BTC) und andere digitale Assets anbieten zu können.

Krypto-Services könnten klassisches Bankgeschäft übertreffen

Als dritte Stufe des geplanten Kryptogeschäfts will Maerki Baumann Beratungs- und Vermögensverwaltungsdienstleistungen für Privatbankkunden bereitstellen, welche in neue Kryptoanlagen wie z.B. tokenisierte Aktien investieren wollen. Mit Blick auf die große Nachfrage und die Auszahlungen für dieses neue Gebiet sagte Zwahlen:

"Ich gehe davon aus, dass digitale Assets wie Krypto/Blockchain im Laufe der Zeit sogar eine größere Bedeutung erlangen könnten als unser traditionelles Private Banking-Geschäft, insbesondere im Hinblick auf das Vermögenswachstum."

Maerki Baumann will Bitcoin nicht direkt in seine Bücher nehmen. Laut dem CEO lagert die Bank Handels-, Clearing- und Abwicklungsprozesse grundsätzlich aus.

Als erste Schweizer Bank führte die Hypothekarbank Lenzburg im Sommer 2018 Unternehmenskonten für Blockchain- und Fintech-Unternehmen mit Kryptobezug ein.