Schweizer Krypto-Branchenführer: Stablecoins und Wertpapier-Token nächste große Innovation

Luzius Meisser, Vorstandsmitglied der Schweizer Bitcoin-Vereinigung Bitcoin Association Switzerland, glaubt, dass die nächste große Kryptoinnovation bei den Stablecoins und Wertpapier-Token stattfinden wird. Meisser sprach darüber in einem Interview mit dem Korrespondenten von Cointelegraph auf der Crypto Finance Conference in der Schweizer Stadt St. Moritz am 16. Januar.

Meisser ist Informatiker und Ökonom, der im Jahr 2013 die Bitcoin Association Switzerland mitbegründete. Außerdem engagiert er sich in der lokalen Kryptoindustrie und war unter anderem Mitglied des Verwaltungsrates der auf Krypto fokussierten Vermögensverwaltungs- und Brokerfirma Bitcoin Suisse AG.

Im Hinblick auf die mittelfristige Zukunft von Krypto, erwarte Meisser, dass der Initial Coin Offering (ICO)-Sektor sich bedeutend ändern werde. Er erklärte, dass ICO-Investoren bisher nur geringfügige Rechte hätten, da sie im Wesentlichen kaum mehr als Geldgeber seien.

Die Forderung nach mehr Schutz, so Meisser, werde zur Folge haben, dass Wertpapier-Token die nächste, viel stärker regulierte Innovation des ICO-Marktes werden.

"Ich würde sagen, dass die Zeit der Zahlungs- und Nutzungs-Token mehr oder weniger vorbei ist, manchmal sind sie sinnvoll."

Meissers nahm dabei bestimmte Stablecoins aus, deren dezentrale Mechanismen sicherstellen würden, dass sie rechtlich eher als Zahlungs- oder Nutzungs-Token und nicht als Wertpapiere betrachtet würden. Er bezeichnete insbesondere Stablecoins im Allgemeinen, ob es sich nun um Wertpapiere oder etwas anderes handelt, als eine wichtige Zukunftssäule der Blockchain-Branche. Er erklärte:

"Stablecoins sind eine Voraussetzung dafür, dass durchschnittliche Unternehmen ihr Eigenkapital in Blockchain einbringen können. Denn wenn sie Anleihen oder Aktien ausgeben, wollen sie dies gegen US-Dollar, Euro oder Schweizer Franken tun, denn das sind die Währungen, mit denen sie rechnen, nicht Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH)."

Des weiteren stellte Meisser fest, dass Schweizer Banken nach wie vor sehr risikoavers seien und daher versuchen würden, mit Krypto nicht in Berührung zu kommen. Er umriss mehrere Mechanismen, mit denen lokale Unternehmen und Start-ups Bankenschwierigkeiten im Land umgehen können sollen. Wie berichtet, hat sich ein Schweizer Start-up im vergangenen Herbst die Finanzierung für die Gründung einer Bank gesichert, die kryptowährungsbezogene Dienstleistungen anbietet.

Wie berichtet, teilen die Bitcoin (BTC)-Bullen und Gründer der Kryptobörse Gemini Tyler und Cameron Winklevoss Meissers Ansichten. Kürzlich haben diese nämlich erklärt, dass sie glauben, dass Stablecoins und tokenisierte Wertpapiere eine wichtige Entwicklung für den digitalen Währungsraum seien.

Die Zwillinge brachten im vergangenen September ihren eigenen Stablecoin heraus, der von der New Yorker Regulierungsbehörde genehmigt und durch US-Dollar gedeckt ist - den ECR-20 kompatiblen Gemini-Dollar (GUSD).  Dieser ist nur einer aus einer Reihe von aufkommenden neuen Stalblecoins, die nominell 1:1 durch eine große Fiat-Währung gedeckt sind.