Ein Geschworenengericht hat Terraform Labs und Terra-Mitbegründer Do Kwon in einem Zivilverfahren mit der US-Börsenaufsicht SEC für schuldig befunden, Investoren betrogen zu haben.
In einer Ankündigung vom 5. April gab SEC-Direktor Gurbir Grewal entsprechend bekannt, dass die Geschworenen des US-Bezirksgerichts für den südlichen Bezirk von New York Kwon und Terraform in dem Zivilverfahren nach kurzer Beratung für haftbar erklärten. Das SEC-Verfahren begann am 25. März ohne die Anwesenheit von Kwon, der sich weiterhin in Montenegro aufhält, da die dortigen Gerichte noch immer entscheiden, ob sie einem Auslieferungsantrag der USA oder Südkoreas stattgeben.
„Wir freuen uns über das heutige Urteil der Geschworenen, das Terraform Labs und Do Kwon für massiven Krypto-Betrug haftbar macht“, betonte Grewal. Dem fügte er an: „Terraform Labs und der ehemalige CEO Kwon haben die Anleger hinsichtlich der Stabilität des zugehörigen Krypto-Wertpapiers [LUNA] und des sogenannten algorithmischen Stablecoins TerraUSD getäuscht, und sie haben die Anleger auch im Hinblick auf eine Zahlungs-App getäuscht, die die Blockchain von Terraform zur Verarbeitung und Abrechnung von Zahlungen verwendet.“
Grewal führte an, dass die fehlende Registrierung von Terraform bei der Aufsichtsbehörde „sehr reale Konsequenzen“ für die Anleger habe, und wiederholte im Zuge dessen die Forderung nach Compliance. Während des Prozesses verglichen die Anwälte der SEC die Plattform mit einem „Kartenhaus“ und behaupteten, das Unternehmen und Kwon hätten die Anleger belogen.
„Wir sind sehr enttäuscht über das Urteil, das unserer Meinung nach nicht durch die Beweise gestützt wird“, kommentierte ein Sprecher von Terraform Labs gegenüber Cointelegraph. „Wir bleiben dabei, dass die SEC nicht die rechtliche Befugnis hat, diesen Fall überhaupt anzustrengen, und wir wägen nun sorgfältig unsere Optionen und nächsten Schritte ab.“
Laut dem Urteil, das am 5. April beim US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York eingereicht wurde, befanden die Geschworenen Kwon und Terraform in sechs Punkten für haftbar. Sie stellten außerdem fest, dass die Plattform „rücksichtslos“ gehandelt hat, indem sie falsche oder irreführende Angaben zum Angebot oder Verkauf von TerraUSD (UST), Luna (LUNA) und wLUNA machte.

Es ist bei Redaktionsschluss unklar, was das Urteil für die Auslieferung von Kwon aus Montenegro bedeuten könnte. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs des Landes wurde sein Fall am 5. April an ein untergeordnetes Gericht zurückverwiesen, um zu entscheiden, ob eine Auslieferung an die USA oder Südkorea erfolgen soll. Er ist in beiden Ländern strafrechtlich angeklagt.
Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.