Thailands Geldwäschewachhund will Krypto-Verbrechen angehen

Thailands Anti-Geldwäsche-Büro (ALMO) überlegt, eine eigene digitale Wallet zu kreieren, um Krypto-bezogene Cyberverbrechen zu untersuchen, berichtet der lokale Mediendienst The Nation am Montag, den 3. September.

Die Angelegenheit wurde bei einem lokalen Seminar über Krypto-Verbrechen innerhalb des derzeitigen Rechtssystems diskutiert. Laut Witthaya Neetitham, Sekretärin bei ALMO, will sich der Regulator der neuen Technologie anpassen, indem er es der Regierung ermöglicht, im Falle eines Betrugsverbrechens Krypto-Vermögenswerte zu konfiszieren. "Wir haben die Einführung unserer eigenen "AMLO-Wallet" diskutiert, um digitale Währungen von illegalen Quellen zu lagern oder zu konfiszieren", sagte er.

Nach der derzeitigen Legislation können Thailands Beamte lediglich jene, die für ein Cyberverbrechen verurteilt wurden, ins Gefängnis stecken, ausliefern oder ihre physischen Vermögenswerte beschlagnahmen. Doch die Autoritäten sind laut The Nation nicht in der Lage, auf digitale Wallets zuzugreifen, die vermeintlich in das Verbrechen verwickelt sind.

Trotz der neuen Maßnahmen könnte es weiterhin schwierig bleiben, Kryptowährung-Operatoren, die außerhalb des legalen Systems arbeiten, aufzuspüren. "Wir können die Kryptowährung-Operatoren oder Empfänger nicht identifizieren, wenn betrogene Opfer Geld an die Kriminellen überweisen", sagte die AMLO-Sekretärin.

The Nation bemerkt auch, dass sich thailändische Gerichte eventuell weigern, Beweise über Krypto-Transaktionen oder Betrugsfälle zu akzeptieren, wenn die involvierten Personen nicht eindeutig identifiziert werden können.

Laut neuen Statistiken, die von dem Büro der United Nations für Drogen und Verbrechen veröffentlicht wurden, laufen sich die globalen Kosten, die durch Cyberverbrechen entstehen, gegen 516,5 Mrd. Euro. In Thailand beschränken sich Krypto-bezogene Verbrechen hauptsächlich auf vorgetäuschte Investments in Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen.

Wie Cointelegraph 2017 berichtete, verbrachte Alexandre Cazes, ein Kanadier, der angeblich den Online-Schwarzmarkt AlphaBay verwaltete, acht Jahre in Thailand, bevor er auf Geheiß von US-amerikanischen Autoritäten von der lokalen Polizei verhaftet wurde.