Thailändische Behörden ermitteln gegen vermutetes Krypto-Schneeballsystem

Ein Menschenrechtsanwalt, der die Opfer eines angeblichen Krypto-Pyramidensystems in Thailand vertritt, hat den Fall an das thailändische Department of Special Investigations (DSI) übermittelt.

Wie die Bangkok Post am 16. Januar berichtete, streben rund 20 Opfer, deren Verluste sich auf insgesamt 75 Millionen Baht (~2,5 Millionen US-Dollar) belaufen sollen, ein über die normalen polizeilichen Ermittlungen hinausgehendes Verfahren an.

Das DSI, eine Abteilung des thailändischen Justizministeriums, arbeitet unabhängig von der thailändischen Königlichen Polizei und ist mit der Untersuchung von "Sonderfällen" beauftragt, wie z.B. solche, die organisierte kriminelle Netzwerke betreffen oder Fälle, die mit Bedrohungen der nationalen Sicherheit zusammenhängen.

Acht Prozent Gewinn pro Woche

Dem Bericht zufolge wurde das angebliche Pyramidensystem mit dem Namen "Khung Nong Cryptocurrency Trading" im Jahr 2018 in der Provinz Krabi betrieben. Mit vielversprechenden Renditen von bis zu 8% pro Woche sollen Einheimische in den Städten Krabi, Trang, Yala, Pattani und Narathiwat Vermögenswerte wie private Grundstücke, Autos und Motorräder verkauft haben, um das Geld für ihre Investments aufzubringen.

Zwischen Oktober 2018 und Februar 2018 zog das System weitere Opfer an, bis der Betreiber plötzlich die Auszahlung von Gewinnbeteiligungen einstellte. Ein Investor, Noopad Wachedi, sagte, dass sie ihr Land verkauft habe, um das für die Investition benötigte Geld aufzubringen, und dass der Scheck, den ihr die Betreiber von Khung Nong Cryptocurrency Trading gegeben hatten, anschließend geplatzt sei.

Frau Noopad berichtet, ihr Anwerber habe behauptet, ihre Anlage werde von staatlichen Beamten überwacht; ein anderes Opfer, ihr Verwandter, nannte eine Reihe weiterer Tricks, die zur Täuschung von Investoren verwendet wurden.

Lokale Raubüberfälle

Im Herbst 2019 berichtete Cointelegraph über die Verhaftung eines 48-jährigen Mannes durch die Polizei in Bangkok, der aufgrund seiner mutmaßlichen Beteiligung bei einem 500 Millionen Baht (16,3 Millionen US-Dollar) schweren Krypto-Wechselbetrug als "Krypto-Zauberer" bezeichnet wurde.

Im Vorjahr war eine weitere illustre lokale Figur - der thailändische Seifenopernstar Jiratpisit Jaravijit - wegen seiner angeblichen Beteiligung an einem 797 Millionen Baht (24,6 Millionen Dollar) schweren Bitcoin (BTC)-Anlagebetrug, verhaftet worden, dem dieser gemeinsam mit seinen Geschwistern nachzugehen schien.