Firmen zur Verantwortung ziehen: Britische Branchengruppe entwickelt Blockchain-Tool

Ein Branchengremium aus Großbritannien aus dem verantwortungsbewussten Finanzsektor enthüllte seine Pläne zur Einführung eines Blockchain-Tools zur Überwachung der nachhaltigen Verpflichtungen von Unternehmen, so Reuters am Mittwoch, 17. Oktober.

Die Stiftung für verantwortungsbewusstes Finanzwesen und Investment (RFI) entwickelt ein Blockchain-basiertes Instrument, um die Nachhaltigkeitsverpflichtungen von Unternehmen nachzuverfolgen und die Unternehmen zu erkennen, die den ethischen Anforderungen nicht gerecht werden.

Das neue System soll es der Branchengruppe ermöglichen, so genanntes "Greenwashing" zu reduzieren. "Greenwashing" oder Grünwäscherei bedeutet, dass Unternehmen behaupten, dass sie ethischer oder umweltfreundlicher sind, als sie es tatsächlich sind.

Die Initiative der RFI-Stiftung wurde im Rahmen des Plans zur Ausweitung der Aktivitäten über ihre Hauptzentren in Europa und Nordamerika hinaus ins Leben gerufen. Dabei gaben Regierungen, wie beispielsweise Indonesien, im Jahr 2018 erstmals grüne Anleihen frei. Die Industriegruppe wird zusammen mit 23 weiteren Teilnehmern an dem Projekt arbeiten, um das Tool im Jahr 2019 einzuführen, so der Vorstandsvorsitzende Blake Goud gegenüber Reuters.

Goud behauptete, dass eine Reihe von Finanzinstituten zwar "die Intransparenz bei den Verpflichtungen und Maßnahmen ausnutzen", aber das neue Blockchain-betriebene System es ihnen ermöglichen werde, die Praktiken von Unternehmen im verantwortungsbewussten Finanzwesen "in Echtzeit" zu erkennen und neue Marktteilnehmer in diesem Bereich zu unterstützen.

Laut Reuters gehören auch European Partners for the Environment aus Belgien und Magni Global Asset Management aus den USA zu den Teilnehmern.

Im April 2018 unterzeichneten 22 Länder, darunter 21 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen, eine Erklärung zur Gründung einer europäischen Blockchain-Partnerschaft, um in Sachen digitale Technologie eine Führungsrolle einzunehmen und hohe Standards für die Nutzung von Blockchain in Europa bereitzustellen sowie die Qualität grenzüberschreitender Standards und regulatorischer Berichterstattung zu verbessern.

Am 14. Oktober berichtete Cointelegraph über die zunehmende Größe der Europäischen Blockchain-Partnerschaft. Der jüngste Teilnehmer Italien hat Ende September die Erklärung unterzeichnet und betonte damit sein Engagement, bei der Erkennung einer "ersten Reihe grenzüberschreitender digitaler öffentlicher Dienste" zu helfen. Diese sollen, wenn möglich, über die europäische Blockchain-Diensteinfrastruktur umgesetzt werden.