Britische Zollbehörde verschiebt Blockchain-Projekt bis nach Brexit

Die britische Steuer- und Zollbehörde (HMRC) hat die weitere Arbeit an einem erfolgreichen Blockchain-Projekt im Zuge des Brexit verschoben, so eine schriftliche Erklärung des Parlaments, die am 7. Februar veröffentlicht wurde.

Die Frage nach dem Distributed-Ledger-Projekt für den Zoll kam im Abschnitt für Fragen und Antworten auf der Webseite des britischen Parlaments auf. Am 30. Januar fragte der Abgeordnete Eddie Hughes, ob die Regierung plane, nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU Blockchain für Zollsysteme zu verwenden. Er bat auch um aktuelle Informationen zu einem bereits angekündigten Versuch mit der Technologie.

Daraufhin erklärte der Finanzsekretär des britischen Finanzministeriums, der Abgeordnete Mel Stride, dass das Projekt die Entwicklung einer auf Genehmigungen basierenden Blockchain beinhalte, "die verwendet werden könnte, um einem Händler den Status eines 'zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten' zu bestätigen". Stride teilte auch mit, dass das Pilotprojekt sechs Wochen lang getestet worden sei und dabei sei festgestellt worden, "dass die Regierung mittels Blockchain die Ergebnisse sensibler Risikokontrollen sicher teilen kann, um die Effizienz bestimmter Zollprozesse zu verbessern".

Der Abgeordnete erklärte jedoch auch, dass die Weiterentwicklung der Lösung äußerst viel Arbeit seitens des HMRC erfordern würde und daher "bis nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU, wenn die Fristen und Kosten erneut überprüft werden, verschoben wurde".

Der Finanzsekretär gab ebenfalls bekannt, dass die Arbeit unter der Schirmherrschaft des auf den Brexit ausgerichteten Future Borders Programme im Rahmen ihrer Handelsinitiative fortgesetzt werden könnte.

Die Anwendung der Blockchain im Zollbereich wurde erstmals im September 2017 vom HMRC angekündigt. Damals beschloss die Aufsichtsbehörde, die Grenze im Zuge des Austritts von Großbritannien aus der EU mittels Blockchain technologisch fit zu machen. Nach dem Brexit würden die Zollbehörden des Landes Berichten zufolge fünfmal so viele Meldungen wie bisher bearbeiten müssen.

Im Juni 2016 stimmten die britischen Bürger für den Austritt aus der EU. Das Land soll nun voraussichtlich am 29. März 2019 aus der Union austreten. Allerdings haben sich die Parteien innerhalb Großbritanniens noch nicht darauf geeinigt, wie genau das Land in Bezug auf verschiedene Themen, wie etwa Handel, Aufenthaltsrecht der Bürger und der Grenze zu Irland, vorgehen wird.

Wie Cointelegraph zuvor berichtete, hat der US-Zoll- und Grenzschutz ebenfalls einen Blockchain-Test begonnen. Dabei soll der Einsatz dezentraler Technologien in seinem Sendungsverfolgungssystem getestet werden.