Britische Regierungs-Taskforce: Krypto-Definitionen und Regulierung soll geändert werden

Die britische Taskforce für Krypto-Vermögenswerte hat am 29. Oktober einen Bericht veröffentlicht. In diesem werden einige Änderungen für die Kryptowährungsregulierung vorgeschlagen und Bedenken hinsichtlich des Handels und der Nutzung digitaler Vermögenswerte aufgeworfen.

Die im März ins Leben gerufene Taskforce für Krypto-Vermögenswerte setzt sich aus der Bank von England (BOE) und der Finanzaufsichtsbehörde FCA zusammen und ist für die Regulierung und Unterstützung von Krypto-Technologien zuständig.

Da es keine allgemein anerkannte Definition für Krypto-Vermögenswerte gibt und da Krypto-Vermögenswerte ihren Besitzern unterschiedliche Rechte gewähren, hat die Taskforce einen Rahmen entwickelt, bei dem zwischen drei Arten von Krypto-Vermögenswerten unterscheidet. Dazu gehören Krypto-Vermögenswerte, die als Tauschmittel, für Investitionen und zur Unterstützung der Kapitalbeschaffung und Entwicklung von dezentralen Netzwerken durch Initial Coin Offerings (ICOs) verwendet werden.
Der Krypto-Vermögenswerte-Rahmen der Taskforce. Quelle: Britische Taskforce für Krypto-Vermögenswerte

Der Krypto-Vermögenswerte-Rahmen der Taskforce. Quelle: Britische Taskforce für Krypto-Vermögenswerte

Laut dem Bericht können Krypto-Vermögenswerte, die als Tauschmittel verwendet werden, aufgrund der hohen Volatilität, der geringen Akzeptanz als Tauschmittel und der nicht möglichen Verwendung als Rechnungseinheit nicht als Währung oder Geld anerkannt werden. Die Behörde erklärte jedoch, dass der Einsatz von Krypto-Vermögenswerten effizientere und kostengünstigere Transaktionen ermöglichen kann, da Vermittler überflüssig gemacht werden.

Wenn sie als Investition verwendet werden, können Krypto-Vermögenswerte Berichten zufolge potenziell den Zugang zu neuen Investitionsmöglichkeiten erweitern. Allerdings könnten sie im derzeitigen Marktzustand Verbraucher unangemessenen Risiken aussetzen, darunter auch Risiken im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten, so der Bericht.

In Bezug auf ICOs ist die Behörde zu dem Schluss gekommen, dass sie potenziell eine Reihe von Möglichkeiten bieten. Darunter zum Beispiel die Förderung von Innovationen und Wettbewerb, Effizienzverbesserungen, die Füllung von Finanzierungslücken und die Anwerbung von neuen Investoren- und Kunden.

Kryptowährungs-Differenzkontrakte (CFDs) und Futures können laut Bericht Verluste verursachen, die durch Produktgebühren erhöht werden könnten. Beispiele für solche Gebühren sind Finanzierungskosten und Differenzen. Außerdem können auch die mangelnde Transparenz bei der Kursbildung des zugrunde liegenden Krypto-Vermögenswertes die Verluste bedeutend erhöhen. In diesem Zusammenhang schlägt die FCA das folgende Verbot vor:

"Angesichts der bestehenden Bedenken in Bezug auf den Verbraucherschutz und die Marktintegrität auf diesen Märkten wird die FCA ein Verbot diskutieren. Dieses umfasst den Verkauf aller Derivate, die sich auf Börsen-Token wie Bitcoin (BTC) beziehen, sowie CFDs, Futures, Optionen und übertragbare Wertpapiere an Privatverbraucher. Das vorgeschlagene Verbot gilt nicht für Derivate, die sich auf Krypto-Vermögenswerte beziehen, die als Wertpapiere gelten. Jedoch unterliegen CFDs auf Wertpapiere weiterhin den vorübergehenden Beschränkungen der Europäischen Sicherheits- und Marktbehörde und allen künftigen Vorschlägen der FCA zur Durchführung dauerhafter Maßnahmen in Bezug auf CFDs".

Darüber hinaus wird die FCA Berichten zufolge die Notierung von übertragbaren Wertpapieren oder eines Fonds, der sich auf Börsen-Token bezieht, nicht genehmigen. Es sei denn, sie ist von der Integrität des zugrunde liegenden Marktes überzeugt und auch davon, dass andere aufsichtsrechtliche Kriterien erfüllt werden.

Die Taskforce hat zwar darauf angemerkt, dass Krypto-Vermögenswerte eine Reihe von Risiken für Verbraucher und die Marktintegrität aufgrund von Manipulationen und anderen Problemen im Zusammenhang mit Marktmissbrauch darstellen, erklärte aber auch, dass sich die Situation in Zukunft ändern könnte.

Die Behörde schlägt Regeln für die Finanzförderung vor, die für regulierte Unternehmen gelten. Diese würden einen "ausgewogenen Eindruck" von dem Produkt oder der Dienstleistung vermitteln, ohne wichtige Warnhinweise zu verschleiern oder klein zu reden.

Heute Morgen wurde ein gemeinsamer Bericht des Britischen Wirtschaftsverbands BBFA, des Risikokapitalfonds Novum Insights und der Kryptowährungsbörse TodaQ veröffentlicht. Darin wurde dazu aufgerufen, vorsichtig mit zu strengen Regulierungen in Großbritannien zu sein. Im Bericht heißt es, dass eine "schlechte Regulierung schlimmer ist als gar keine Regulierung". Dabei wurden folgenschwere Auswirkungen für die gesamte britische Fintech-Szene angedeutet.