Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat von der Regierungsabteilung für Geschäfte, Energie und Industriestrategie (BEIS) einen Zuschuss in Höhe von rund 800.000 Euro erhalten, um Blockchain-Technologie zu erforschen, so eine Mitteilung von 8. Oktober.
Der Zuschuss soll der britischen Regulierungsbehörde dabei helfen zu prüfen, wie Blockchain die Verwaltung von Festnetznummern verbessern kann.
Die BEIS wurde 2016 gegründet und ist eine Regierungsabteilung, die von 46 Behörden und öffentlichen Einrichtungen unterstützt wird und für Wirtschaft, Industriestrategie, Wissenschaft, Innovation und Energie sowie die Klimapolitik zuständig ist.
Laut der Ankündigung möchte Ofcom Industrieteilnehmer einbeziehen, um das Verschieben und die Verwaltung von "Millionen" von Telefonnummern mit Hilfe der Blockchain-Technologie zu testen. Die Behörde selbst wird die Arbeit dabei koordinieren. "Wir vergeben Blöcke dieser Nummern an Telekommunikationsunternehmen. Diese verwalten dabei das Verschieben von diesen Nummern (Portierung) in und aus ihrem Kontrollbereich", heißt es in der Erklärung.
Laut der Regulierungsbehörde waren frühere Versuche, eine zentralisierte Datenbank zu bilden, wegen Barrieren in der Zusammenarbeit und den hohen Kosten erfolglos. Diese beiden Hürden soll die Blockchain-Technologie Berichten zufolge überwinden.
Ofcom sagt, dass Blockchain Potenzial habe. Als Hauptvorteile werden dabei die Reduzierung der Regulierungs- und Geschäftskosten, ein effektiveres Management von lästigen Anrufen und Betrug sowie eine "erhöhte Agilität der Branche" genannt. Mansoor Hanif, Leiter der technologischen Abteilung bei Ofcom, sagte:
"Wir werden gemeinsam mit der Industrie untersuchen, wie Blockchain einen Anbieterwechsel für Festnetzkunden schneller und einfacher machen könnte, während sie ihre Nummer behalten. Dabei sollen gleichzeitig lästige Anrufe reduziert werden. Und wir werden unsere Forschung auf andere Bereiche ausdehnen, in denen innovative Technologien wie Blockchain zum Wohl der Verbraucher eingesetzt werden können."
Telefongesellschaften in anderen Ländern haben ebenfalls über die Nutzung von Blockchain-Technologie nachgedacht, um ihre Netzwerke zu verwalten. Im Juli haben drei große chinesischeTelekommunikationsunternehmen eine Blockchain-Forschungsgruppe ins Leben gerufen. Diese soll "ein vertrauenswürdiges Blockchain-Anwendungsteam aufzubauen, das den Blockchain-Bereich erkundet".
Ebenfalls im Juli startete Südkoreas größte Telefongesellschaft KT Corporation ihr Blockchain-betriebenes kommerzielles Netzwerk. Das Unternehmen ergänzte sein bestehendes, landesweites Netzwerk um eine Blockchain-Schicht. Damit soll es "sicherer und transparenter" gemacht und Daten effizienter verwaltet werden.
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