UN-Projekt plant Einsatz von Blockchain-basierter Telemedizin in Ostafrika

Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) wird Berichten zufolge mit dem Blockchain-basierten Telemedizin- und Telepsychologieunternehmen doc.com zusammenarbeiten, um die kostenlose medizinische Grundversorgung in Ostafrika auszubauen, so eine mit Cointelegraph geteilte E-Mail vom 26. Dezember.

In einem offiziellen und versiegelten Brief, der am 20. Dezember von Amado Philip de Andres, Regionalvertreter des UNODC-Regionalbüros für Ostafrika (ROEA), unterzeichnet wurde, schrieb de Andres, dass die Organisation "bereit ist, in einer neuen Partnerschaft zusammenzuarbeiten[....]". Doc.com ist ein Technologieunternehmen, das blockchainbasierte 24/7-Telemedizin- und Telepsychologieplattformen anbietet, die es den Nutzern ermöglichen, ihre personenbezogenen Daten zu tokenisieren und gegen den Zugang zu den Diensten zu verkaufen.

Über die UN-Partnerschaft plant das Unternehmen nun Berichten zufolge, beide Plattformen bis zum zweiten Quartal 2019 auf den afrikanischen Markt zu bringen.

Bislang war das Unternehmen in 20 Ländern tätig, zuletzt mit einer neuen Niederlassung in den USA. Das Ökosystem der Daten- und Gesundheitsdienste nutzt einen ERC20-kompatiblen Token namens "MTC", der derzeit an mehreren Krypto-Börsen wie Coinbene aus Singapur und Kucoin handelbar ist.

Laut Angaben auf der Unternehmenswebsite haben bisher über 130.000 Nutzer dessen telemedizinischen Dienste und fast 70.000 ihre telepsychologische Plattform "Emotions", genutzt.

Doc.com plant Berichten zufolge in diesem Jahr auch, seine Dienstleistungen auf eine breitere Palette von US-Bundesstaaten auszudehnen, seinen tokenisierten Telemedizinservice bis März 2019 in Großbritannien einzuführen und bis Ende 2019 von Indien ausgehend auf den asiatischen Markt auszudehnen.

Neben diesen Expansionsplänen plant das Unternehmen, bis zum ersten Quartal 2019 sein eigenes Mainnet einzuführen, um das bestehende, auf Ethereum basierende ERC20-Tokensystem zu ersetzen. Darüber hinaus wird sie bis zum zweiten Quartal 2019 in den USA ein unter dem Namen "doc Pets" bekanntes, blockchainbasiertes Veterinärdienstsystem einführen.

Wie bereits berichtet, hat die Blockchain im Gesundheitswesen und verwandten Bereichen, die hochsensible Daten enthalten, zunehmend an Bedeutung gewonnen. Im Bereich der Genomik nutzen mehrere Initiativen das Potenzial der Technologie, um ein sicheres und gerechtes Mittel bereitzustellen, mit dem nicht nur die Monetarisierung und Verwaltung des Umlaufs vorhandener Daten, sondern auch deren Erzeugung gefördert werden kann.

Anfang dieses Monats gründete eine Gruppe großer US-amerikanischer Gesundheitsunternehmen eine Allianz zur Erprobung von Blockchain-Lösungen, die die Datenintegrität und -sicherheit verbessern und Kosten senken würden - der neueste einer Reihe ähnlicher Ansätze, die zur Zeit weltweit entwickelt werden.

Die UNO ihrerseits untersucht seit langem mehrere - weitgehend humanitäre - Einsatzszenarien für Blockchain, wie etwa die Nutzung der Ethereum-Blockchain zur Übertragung von Gutscheinen auf der Grundlage von Kryptowährungen an Flüchtlinge in Syrien, sowie ein blockchainbasiertes digitales Identitätssystem zur weltweiten Bekämpfung des Kinderhandels.