Upbit-Hack: Gestohlene ETH auf unbekannte Wallets überwiesen

Eine der Adressen, die am Diebstahl bei der südkoreanischen Kryptobörse Upbit letzte Woche beteiligt war, sendet die gestohlenen Ether (ETH) im Wert von Millionen von US-Dollar auf eine unbekannte Wallet.

Whale Alert ist ein Dienst, der sich mit der Überwachung großer Kryptowährungstransaktionen beschäftigt. Dieser hat am 3. Dezember um 7:52 Uhr (UTC) eine Transaktion markiert, bei der 10.000 ETH (1,5 Mio. US-Dollar) bewegt wurden.

Der Transaktion ging eine kleinere Überweisung von 1.001 ETH im Wert von rund 150.000 US-Dollar voraus, die fünf Minuten zuvor von derselben Adresse durchgeführt wurde. 

Bei Redaktionsschluss gab es weitere Transaktionen. Weitere 10.000 ETH wurden transferiert, wie bestätigt wurde. Insgesamt wurden bis Redaktionsschluss sechs Transaktionen durchgeführt. 

Transaktionen auf Etherscan markiert

Upbit wird von einer Tochtergesellschaft des koreanischen Technologieriesen Kakao betrieben und gab letzte Woche bekannt, dass am 27. November 342.000 Ether aus seiner Hot-Wallet gestohlen worden seien.

Der Diebstahl ereignete sich, als die Börse Vermögenswerte zwischen Hot- und Cold-Depots bewegte. Einige Leute vermuten daher, dass jemand aus dem Umfeld der Börse diesen Diebstahl durchgeführt hat.

Prominente aus der Branche, wie etwa der Binance-CEO Changpeng Zhao, hatten sofort versprochen, sie würden nicht zulassen, dass das gestohlene Geld über ihre Plattformen versendet wird.

Die Transaktionen von heute wurden mit dem "Upbit-Hack" in Verbindung gebracht, aber sie wurden als direkte Wallet-zu-Wallet-Übertragungen im Netzwerk erfolgreich bestätigt.

Screenshot der Transaktionen, 3. Dezember

Screenshot der Transaktionen, 3. Dezember. Quelle: EtherScan

Upbit verspricht betroffenen Nutzern Erstattung

Nach dem Diebstahl hat der Betreiber von Upbit versprochen, das gestohlene Geld aus seinen Firmengeldern zurückzuerstatten.

Die Börse ist eine der vier größten Plattformen in Südkorea.  Die anderen drei großen sind Korbit, Bithumb und Coinone. Im Jahr 2018 war Upbit die einzige große Plattform im Land, die einen Gewinn erzielen konnte. 

Sie ist Mitglied der Korean Blockchain Association, einer nationalen Allianz, die sich aus 14 Kryptohandelsplattformen zusammensetzt. Die Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, fünf wichtige Anforderungen zu erfüllen. Darunter sind etwa die getrennte Verwahrung der Kunden- und Firmengelder, ein Eigenkapital von mindestens 2 Mrd. Won (1,8 Mio. US-Dollar) und die regelmäßige Veröffentlichung von Prüfungs- und Finanzberichten.

Im Januar 2018 haben die vier größten Börsen Südkoreas eine Hotline für große Börsen eingerichtet. Damit wollen sie sicherstellen, dass verdächtige Transaktionen sofort nach ihrem Erscheinen erkannt und eingefroren werden können.