Führende Vertreter der US-Notenbank scheinen davon überzeugt zu sein, dass generative KI-Tools zukünftig als „Superanalysten“ für Banken und die Regierung fungieren werden – die in der Lage sind, Kundendienstaufgaben für Banken zu übernehmen und menschliche Programmierer zu ersetzen.

Sunayna Tuteja, Chief Innovation Officer der Federal Reserve, sprach kürzlich auf der Chicago AI Week in einem Kamingespräch mit Margaret Riley, SVP der Zahlungsabteilung der Finanzdienstleistungsdivision der US-Zentralbank (Fed).

Das Thema der Diskussion lautete: „Förderung verantwortungsvoller KI-Innovation im Federal Reserve System“. Einem Bericht des Finanznachrichten- und Analyseportals Risk.net zufolge erörterten Tuteja und Riley fünf Anwendungsfälle für generative KI, die von der Fed erforscht werden: Datenbereinigung, Kundenengagement, Inhaltsgenerierung, Übersetzung von Legacy-Code und Verbesserung der betrieblichen Effizienz.

KI als „Superanalyst“

Riley beschrieb das Gesamtpotenzial der generativen KI als das eines „Superanalysten“, der den Mitarbeitern der Fed das Leben erleichtern und als Spezialist für die Kundenbetreuung die Fähigkeit der Banken, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten, personalisieren und verbessern könnte.

Zum Thema „Übersetzung von altem Code“ schien Tuteja der Idee zuzustimmen, dass große Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT oder ähnliche KI-Produkte einige Aufgaben erfüllen könnten, die bisher traditionell dem Menschen vorbehalten sind:

„Es ist schwer zu rechtfertigen, dass man Entwickler einstellt, um den gesamten alten Code auf den neuen Code zu aktualisieren, denn jetzt kann man LLMs einsetzen, und dann wird der Entwickler zum Prüfer oder zum Redakteur und nicht mehr zum Hauptverantwortlichen.“

Chancen und Risiken

Die beiden betonten, dass generative KI und LLMs ihre Grenzen haben und dass die diskutierten Anwendungsfälle zum jetzigen Zeitpunkt noch explorativ sind.

Obwohl die Risiken des Einsatzes von generativen KI-Systemen in Technologiesektoren, in denen Genauigkeit wichtig ist – wie etwa im Finanzwesen – gut dokumentiert sind, warnte Tuteja eindringlich vor den möglichen Nachteilen eines Verzichts auf deren Einsatz:

„Wir sollten über alle Risiken nachdenken, die damit verbunden sind, etwas Neues zu tun, aber wir sollten uns auch fragen: Was ist das Risiko, etwas nicht zu tun? Denn manchmal ist das Risiko des Nichthandelns größer als das Risiko des Handelns, aber der Weg nach vorne muss verantwortungsvoll sein.“

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