US: Finanzanalyst FactSet verklagt Tochtergesellschaft von Blockchain Terminal

Das US-amerikanische Finanzanalyse-Unternehmen FactSet hat eine Klage gegen ein Unternehmen eingereicht, das mit dem professionellen Handelsdienst Blockchain Terminal (BCT) verbunden ist, wie aus Dokumenten hervorgeht, die vom Supreme Court for the State of New York County, 3. Januar, veröffentlicht wurden.

Wie in der Klage dargelegt, haben FactSet und die Beklagte - CG Blockchain - im Januar 2018 eine Vereinbarung zur Entwicklung einer Schnittstellenanwendung zwischen den Produkten der beiden Unternehmen getroffen. FactSet gewährte CG auch eine Lizenz zur Nutzung seiner Produkte.

Den Dokumenten zufolge hatte sich CG bereit erklärt, eine Mindestlizenzgebühr von etwa 3,8 Mio. USD zu zahlen, zahlbar in drei Tranchen.

FactSet behauptet jedoch, dass der Betrag nicht bezahlt worden sei, und besteht darauf, dass der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen damit verletzt wurde. Darüber hinaus erklärt die Klägerin, dass CG weiterhin in den Genuss der Nutzung der zur Verfügung gestellten Lizenzen gekommen sei und reichte deshalb ebenfalls eine Beschwerde über ungerechtfertigte Bereicherung ein.

FactSet fordert von CG Schadensersatz in Höhe von 2,8 Millionen Dollar, zuzüglich Zinsen und Anwaltskosten.

Laut dem Krypto-Newsdienst The Block - der jüngst eine Untersuchung über Blockchain Terminal veröffentlicht hat - ist dies nicht die erste Klage gegen CG. Gemäß den beim gleichen Gericht eingereichten Dokumenten hat der New Yorker Personaldienstleister Clarity LLC CG und insbesondere seine Geschäftsführerin Edith Pardo das Unternehmen im Oktober 2018 auf rund 150.000 US-Dollar verklagt. CG soll für Recruiting-Dienstleistungen nicht bezahlt haben.

In der von The Block im Dezember veröffentlichten Untersuchung wurde behauptet, dass der hinter BCT stehende Shaun MacDonald in Wirklichkeit ein verurteilter Betrüger mit dem wirklichen Namen Boaz Manor ist.

Laut der Torontoer Nachrichtenagentur The Star war Manor 2012 in Kanada zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe wegen Unterschlagung von 106 Millionen Dollar von dem von ihm mitbegründeten Hedgefonds in Toronto verurteilt worden. Im April berichtete The Globe and Mail, dass Manor bereit war, fast 8,8 Millionen Dollar als Entschädigung zurückzuzahlen und einem lebenslangen Verbot im Wertpapiergeschäft zuzustimmen.

Später im Dezember veröffentlichte der offizielle BCT-Twitter-Account ein Interview mit MacDonald, in dem er eingestand, dass sein echter Name Boaz Manor ist.

Es wird behauptet, dass BCT die meisten seiner Mittel über ein ICO in Höhe von 31 Millionen Dollar für seinen nativen BCT-Token im September 2017 aufgebracht haben soll, so The Block im Dezember.