USA: Beratender Auschuss der IRS fordert neue Richtlinien für Krypto-Besteuerung

Ein beratender Ausschuss des US-amerikanischen Internal Revenue Service (IRS) fordert, dass die Agentur zusätzliche Richtlinien für die Besteuerung von Kryptotransaktionen bereitstellt. Dies geht aus einem allgemeinen Bericht von 2018 hervor, der am 24. Oktober veröffentlicht wurde.

Obwohl das IRS bereits im Jahr 2014 speziell zu digitalen Währungen Kommentare herausgegeben hatte und empfahl, sie als Eigentum zu behandeln, ist das Information Reporting Program Advisory Committee (IRPAC) der Ansicht, dass kryptospezifische Besteuerung aufgrund des wachsenden öffentlichen Interesses an Kryptowährungen überprüft werden sollte.

Die Kryptoindustrie selbst und diejenigen, die mit Steuern arbeiten, sind oft noch unsicher, was die "steuerlichen Konsequenzen" von Transaktionen mit Kryptowährungen betrifft, so der Bericht weiter. Die Berater führen außerdem die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit dem derzeitigen Besteuerungssystem auf:

"Viele Branchen- und Steuerfachleute hinterfragen noch immer andere steuerliche Konsequenzen von Kryptowährungstransaktionen. Zum Beispiel: Kann Kryptowährung als spezifizierter ausländischer finanzieller Vermögenswert betrachtet werden? Wie wird die Basis für die verkaufte Kryptowährung ermittelt? Gilt das Broker-Reporting für Transaktionen mit Kryptowährungen?"

Darüber hinaus zitiert das IRPAC im Diskussionsabschnitt des Berichts die im April 2018 veröffentlichte Studie von Fundstrat Global Advisors, in der geschätzt wurde, dass die potenziellen Steuerverbindlichkeiten von Kryptowährungen bis zu 22 Mrd. Euro ausmachen könnten.

Die Daten basierten auf Steuergeldern in Höhe von 80 Milliarden Euro für Kryptowährungsinvestoren in den USA. Auf der Grundlage des Fundstat-Berichts gelangte der IRPAC zu der Schlussfolgerung, dass mindestens 50 Prozent der Steuerverbindlichkeiten aus Kryptowährungstransaktionen in den USA nicht gemeldet werden konnten.

Darüber hinaus räumt der beratende Ausschuss ein, dass einige Kryptoinvestoren Steuern vermeiden können, indem sie ausländische Krypto-Börsen einsetzen oder mit digitalen Währungen handeln, die für Anonymität sorgen. Aus diesen Gründen, so heißt es in dem Bericht, müssen US-Regulierungsbehörden mit ausländischen Unternehmen zusammenarbeiten und Informationen von anderen kooperationswilligen Regierungen einholen.

Im April, kurz vor Ablauf der Frist für die Einreichung von Steuern in den USA am 17. April, enthüllte die Steuerplattform Credit Karma, dass weniger als 100 Personen Kapitalgewinne aus Kryptoinvestitionen von insgesamt 250.000 Steuerfiltern auf der Plattform gemeldet hatten. Im Jahr 2015 berichtete der IRS, dass nur 802 amerikanische Steuerzahler Kryptoinvestitionen in ihre Steueranmeldungen erwähnt haben.

Im September dieses Jahres drängte eine Gruppe von US-Gesetzgebern den IRS, die Besteuerungsregeln für Kryptowährung zu klären und erklärte ähnlich wie die IRPAC, dass die vor vier Jahren herausgegebene vorläufige Richtlinie veraltet sei, da sich die Kryptoindustrie seitdem erheblich verändert habe.