Drei potenzielle Libra Investoren, die zuletzt Vorbehalte an dem Facebook Projekt gezeigt hatten, werden jetzt von der US-Politik dazu aufgefordert, ihre Teilnahme gründlich zu überdenken.
Warnung oder Drohung?
Laut einem Bloomberg Bericht vom 9. Oktober haben zwei amerikanische Parlamentarier einen Brief an Visa, Mastercard und Stripe verfasst, in dem sie die drei großen Zahlungsdienstleister dazu drängen, sich die Konsequenzen von einer Teilnahme an Facebook Libra zu vergegenwärtigen.
Scheinbar wollen die Politiker damit die Gunst der Stunde nutzen, da die drei Unternehmen zuletzt offen über eine weitere Beteiligung an der Facebook Kryptowährung nachgedacht hatten, was wohl dadurch ausgelöst wurde, dass Zahlungsdienstleister PayPal zuvor bereits seine Investitionsabsicht zurückgenommen hat.
In der jüngsten Aufforderung der Abgeordneten heißt es an die drei Zahlungsdienstleister gerichtet:
„Facebook schafft es derzeit nicht, einige der dringendsten Probleme auf der eigenen Plattform zu lösen, darunter Verletzungen des Datenschutzes, Wahlmanipulation, Fake-News, Diskriminierung und Betrug. […] Sie sollten sich darum sorgen, dass die Unzulänglichkeiten im Risiko-Management-System von Facebook letztendlich auch auf Sie zurückfallen.“
Widerstand mit Ansage
Einer der Verfasser des Briefes ist der Abgeordnete Sherrod Brown, der ranghohes Mitglied des parlamentarischen Bankenausschusses ist. Wie Cointelegraph zuvor berichtet hat, steht der Ausschuss Facebook Libra bisher sehr skeptisch gegenüber, was aus vorherigen Anhörungen zu der Kryptowährung ersichtlich wurde.
Brown legt mit seiner Aufforderung nahe, dass das allgemeine Misstrauen gegenüber Facebook sich auch auf das geplante Krypto-Projekt des Social-Media Konzerns übertragen könnte. Der starke bisherige Gegenwind von Politik und Aufsichtsbehörden zeigt, dass Brown mit diesen Bedenken nicht allein ist. Ripple Geschäftsführer Brad Garlinghouse vermutet, dass der Widerstand der Politik dazu führen wird, dass Libra erst mit großer Verzögerung auf den Markt kommen wird.
Als frühestmöglichen Starttermin schätzt er Anfang 2023, was er wie folgt begründet:
„Facebook ist auf der ganzen Welt in das Fadenkreuz der Regierungen geraten.”
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