Libra-Investoren befürchten Rufschädigung und erwägen Ausstieg

Visa, Mastercard, PayPal und Stripe bezweifeln langsam, ob sie als Investoren bei der Facebook Digitalwährung Libra einsteigen sollen.

Wie Bloomberg am 2. Oktober unter Berufung auf „Quellen, die mit der Sache vertraut sind“ berichtet, bekommen die Zahlungsdienstleister zunehmend Zweifel, ob sie weiterhin bei dem Facebook Projekt mitmachen wollen.

Facebook soll Einverständnis der Behörden überbewertet haben

Ursprünglich wurden die genannten Firmen als einige der ersten Investoren für die Libra Kryptowährung präsentiert, wobei sie jeweils durch eine Investition von 10 Mio. US-Dollar zu einem der Knotenpunkte in der Libra-Blockchain werden würden. 

In den vergangenen Wochen hat das Facebook Krypto-Projekt allerdings heftige Kritik in Politik und Gesellschaft hervorgerufen, weshalb die vermeintlichen Investoren befürchten, mit ihrer Beteiligung ihrem eigenen Ruf zu schaden. Diese Bedenken fasst Bloomberg wie folgt zusammen:

„Die Geschäftsführungen der Zahlungsdienstleister geben an, dass Facebook im Vorfeld behauptet hätte, dass die Aufsichtsbehörden keine großen Einwände haben würden, weshalb sie nun umso besorgter sind, dass der Social-Media Konzern durch vorheriges negatives Verhalten ohnehin schon ins schlechte Licht gerückt ist.“

Stripe dementiert Ausstieg

Die heutige Meldung kommt nur wenige Tage bevor in der Schweiz, dem Hauptsitz der Libra Association, eine Vertragsschließung zwischen Facebook und den etwaigen Investoren anberaumt ist.

Diese Vertragsschließung soll voraussichtlich am 14. Oktober stattfinden und würde die bisherigen Investoren fest an das Facebook Projekt binden.

Ein Sprecher von Stripe dementiert gegenüber Bloomber, dass das Unternehmen mittlerweile Zweifel an Libra habe:

„Es hat sich nichts geändert, seit wir unser Interesse bekundet haben, an Libra teilnehmen zu wollen.“

Wie Cointelegraph gestern berichtet hat, haben die Schweizer Aufsichtsbehörden ihrerseits wiederum ganz eigene Bedenken zu Facebook Libra, die allerdings nicht so weitreichend sind wie in anderen Ländern.

Schon im August hatte Cointelegraph berichtet, dass andere etwaige Investoren einen Ausstieg in Erwägung ziehen, um nicht auch ins Fadenkreuz der Politik zu geraten.