Blockchain-Bonds der Weltback - ein weiterer Schritt Richtung Adaption?

In einer bahnbrechenden Entscheidung hat die Weltbank die Schaffung eines Blockchain-basierten Bonds durch die Australien Commonwealth Bank (CBA) angeordnet.

Der Schritt markiert vor allem, dass einige der weltweit einflussreichsten Finanzinstitutionen beschlossen haben, mit der Nutzung von Blockchain-Technologie zur Verbesserung der eigenen Angebote zu beginnen.

Die CBA hatte in der Vergangenheit bereits ein auf einer privaten Ethereum-Blockchain laufendes Blockchain-basiertes System entwickelt. Das angebotene, neue Blockchain-Schuldinstrument (Bond-i) wird von der Weltbank in Washington ausgegeben werden.

Das Projekt wird ebenfalls von der Weltbank geleitet, welche sich zum Ziel gesetzt hat, Blockchain-Technologie zu nutzen, um die Art der Bondausgabe auf der ganzen Welt zu verbessern.

Die Institution emittiert jedes Jahr rund 53 Mrd. Euro in Bond für die Förderung der nachhaltige Entwicklung - und laut der Bank soll der neuste Schritt dazu dienen, die Nutzung von Blockchain-Technologie für verschiedene Operationen zu testen.

Der Bond-i wurde exklusiv vom Blockchain Centre for Excellence des CBA Innovationslabors entworfen und entwickelt. Das Labor hatte 2017 bereits einen Prototyp-Bond auf einer Blockchain in Kooperation mit Queensland Treasury getestet.

Während das neue Produkt zwar der erste Bond ist, der über Blockchain-Technologie emittiert wird, ist er nicht das erste Schuldinstrument. Die spanische Bankengruppe BBVA unterschrieb im Juli einen Blockchain-basierten Kredit im Wert von über 102 Mio. Euro in der Hoffnung, Vorteile aus der Transparenz und Nachverfolgbarkeit zu ziehen, die von dem Kontrakt geboten werden. Dies geschah wenige Monate nachdem im April die "erste globale Unternehmenskredittransaktion" durchgeführt wurde.

Eine Kerbe für Ethereums Cap?

Besonders interessant ist in diesem Fall die Nutzung einer privaten Ethereum-Blockchain, die die Kreation und das Management der Bonds ermöglichen wird.

Das Entwicklerteam erhielt hinsichtlich der legalen Architektur der Smart Contracts, welche den Bond definieren werden, Ratschläge und Unterstützung von einer Anwaltskanzlei, die als Rechtsberater für die Emission von Anleihen auf der Plattform fungiert.

Darüber hinaus wurde die Plattform kürzlich von Microsoft überprüft, vor allem ihre Architektur, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit, was die Glaubwürdigkeit des Projektes als Ganzes stärkt.

CBA gab zu Protokoll, dass sie auch offen für die Erforschung zur Nutzung anderer Blockchain-Plattformen seien, allerdings würde das Ethereum-Protokoll alle für das Projekt benötigten Funktionalitäten bereitstellen.

Matthew Di Ferrante, ein unabhängiger Entwickler, welcher auch für die Ethereum-Stiftung aktiv war, sagte Cointelegraph, dass dies einen elementaren ersten Schritt für die Bankenwelt und die Nutzung von Blockchain-Anwendungen darstellt.

"Ich denke, es ist ein gutes erstes Beispiel. Finanzinstrumente wie Anleihen lassen sich leicht in Blockchains / Smart Contracts übertragen, aber selbst für Mainstream-Finanzinstitutionen ist dies nicht das A und O. Der wirkliche Nutzen wird kommen, wenn viele verschiedene Institutionen und Industrien *kompatible* Blockchains benutzen."

Auch wenn der Schritt unmissverständlich in die richtige Richtung geht, weist Di Ferrante auf ein Grunddogma der Blockchain-Technologie hin - Dezentralisierung. Dies ist ein Faktor, der in dem Projekt untergehen könnte, was wiederum Transparenz aus der Gleichung streichen würde:

"Es tut gut, zu sehen, dass zumindest in diesem Fall das von der CBA eingerichtete System mit der Weltbank gemeinsam verwaltet werden wird, was eine gewisse Dezentralisierung mit sich bringt. Aber ich würde gerne transparentere und mehr verteilte Projekte sehen, sogar für private Blockchains."

Blockchain vs. Kryptowährung

Die Weltbank und die CBA versuchen aktiv, Blockchain-Technologie anzuwenden, während Kryptowährungen konsequent ignoriert werden. Es ist durchaus fair zu sagen, dass die Mainstream-Finanzinstitutionen Kryptowährungen und Blockchain komplett voneinander getrennt haben, wobei erstere als ein unnötiges Beiprodukt der Technologie betrachtet werden.

Das wahre Ausmaß der Kryptowährung-Adaption wird ersichtlich sein, wenn sich ihre Nutzung und Zugänglichkeit in digitale Voucher übertragen lässt. In der Zwischenzeit halten viele Finanzinstitutionen an ihrer Gleichgültigkeit gegenüber Kryptowährungen fest und preisen die Werte von Blockchain.

Ein Paradebeispiel ist der Geschäftsführer von JPMorgan Chase, Jamie Dimon, welcher klarstellte, dass sein Unternehmen Blockchain für eine Reihe von Projekten verwenden wird. Unter anderem wurden bereits Patentanträge für Peer-to-Peer-Blockchain-Systeme eingereicht, um zwischenbankliche Zahlungen zu vereinfachen.

Im Gegensatz dazu teile JPMorgan der US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) im Februar mit, dass Kryptowährungen ein "Wettbewerber" und ein "Risiko" für die Geschäfte der Bank darstellen. Mit diesen gegenteiligen Aussagen illustriert der Finanzgigant perfekt, dass in der traditionellen Finanzwelt weiterhin eine Apathie gegen Kryptowährungen vorherrscht.

Wieso CBA; wieso Australien?

Es ist nicht ganz klar, warum die Weltbank die Commonwealth Bank ausgesucht hat, um das Projekt zu pilotieren, aber das Blockchain Centre for Excellence der australischen Bank scheint ein Faktor gewesen zu sein.

Wie bereits erwähnt war das CBA Innovationslabor bereits verantwortlich für einen früheren Prototyp eines Blockchain-basierten Bond, welcher die Entscheidung für die CBA beeinflusst haben könnte.

Im Juli schloss die Bank den Handel mit Mandeln ab, welche von einer Blockchain-Plattform von Australien nach Deutschland geschickt und nachverfolgt wurden, ab.

Die Plattform verwendete Blockchain-Aspekte, Internet of Things (