Investmentfirma: „Kryptowährungen haben ein Entwicklungspotenzial wie das Internet"

Marc Andreessen, der Mitgründer des Wagniskapitalgebers Andreessen Horowitz, ist davon überzeugt, dass Kryptowährungen einige der größten Probleme des Internets lösen können.

Wie das Wall Street Journal am 1. September berichtet, hat Andreessen die entsprechenden Äußerungen im Rahmen einer privaten Konferenz getätigt, die das Investmentunternehmen veranstaltet hat und auf dem hochrangige Beamte aus den amerikanischen Finanzbehörden geladen waren.

Kryptobranche hat großes Potenzial

Laut Bericht hat Andreessen dabei den wohlbekannten Vergleich zwischen der Entstehung von Kryptowährungen und der Entstehung des Internets gezogen. Dementsprechend wäre das Internet zunächst nur als Kommunikationsnetzwerk für Wissenschaftler konzipiert gewesen, ehe es sich zu seiner heutigen Form als zentrale Anlaufstelle für Informationen, Unterhaltung und Handel entwickelt hat.

Andreessen bescheinigt Kryptowährungen das Potenzial, eine ähnliche Entwicklung zu durchlaufen und dadurch zur Lösung für einige der wichtigsten Problemstellungen der digitalen Welt zu werden, darunter insbesondere der Datenschutz. Allerdings bräuchte es dazu wiederum eine förderliche Regulierung seitens der Aufsichtsbehörden, wie er einfordert.

Christopher Giancarlo, der ehemalige Vorsitzende der amerikanischen Aufsichtsbehörde für Futures- und Optionsmärkte, entgegnete daraufhin, dass die Regulierung der Kryptobranche nicht auf die leichte Schulter genommen werden könne und das Andreessen „seine Erfahrungswerte aus anderen Investitionsprojekten nicht einfach hierauf übertragen kann“.

Forderung mit Hintergedanken?

Das Wall Street Journal mutmaßt, dass die Forderung des Wagniskapitalgebers nicht ganz uneigennützig ist, denn sollten die Aufsichtsbehörden Kryptowährungen als Wertpapiere einstufen, könnten sich daraus rechtliche Hürden ergeben, die für Investitionsunternehmen wie Andreessen Horowitz womöglich sogar den Verlust von Investitionskapital bedeuten würden.

Dementsprechend würde das Unternehmen eher davon profitieren, wenn die Regulierung der Kryptobranche freiheitlich gestaltet wird. Auch Kevin Werbach, ein Technologieexperte der Universität Pennsylvania, der ebenfalls auf der Konferenz zugegen war, kommt zu einer ähnlichen Einschätzung:

„Andreessen hat diese Forderungen nicht aus reiner Nächstenliebe gestellt, sondern uns allen ist klar, dass sie als Investoren an der Branche beteiligt sind und deshalb gewisse Präferenzen haben, was die Ausgestaltung des rechtlichen Rahmens angeht.“

Die Regulierung von Kryptowährungen ist in den USA bisher noch stark fragmentiert, so hat der Bundesstaat Nevada zuletzt entschieden, dass der Betrieb von Bitcoin (BTC) Geldautomaten eine besondere Genehmigung braucht.