Südkoreanische Polizei zerschlägt Ponzi-Schema mittels künstlicher Intelligenz

Die südkoreanische Polizei hat zwei Verdächtige verhaftet, die mutmaßlich hinter einem Kryptowährungs-Ponzi-System stecken. Sie sollen dabei künstliche Intelligenz (KI) verwendet haben, wie die lokale englischsprachige Nachrichtenplattform Korea Joongang Daily am 8. April berichtet.

Bei diesem Ponzi-System sollen über einen Zeitraum von sechs Monaten im Jahr 2018 insgesamt umgerechnet 16,3 Mio. Euro gestohlen worden sein. Es wurde erst zerschlagen, nachdem die Seouler Spezialpolizei Roboter mit Daten gefüttert hatte, um die Beteiligten mittels Schlüsselwörtern und anderen Hinweisen zu fassen.

"Durch Schlüsselwörter, wie etwa Ponzi, Darlehen und Mitgliederwerbung, konnten wir die KI mit Mustern von Ponzi-Systemen füttern", so Hong Nam-ki, der Leiter des zweiten Untersuchungsteams der Behörde, gegenüber der Publikation. Er fügte hinzu:

"Das Programm kann auch Werbemuster identifizieren und konnte das betreffende Unternehmen mittels Beweisen von einem ungenannten Informanten identifizieren."

Die Urheber dieses Ponzi-Systems, die lediglich Lee und Bae genannt werden, haben beträchtliche Summen an Bargeld durch den Verkauf von privaten digitalen Token namens M-Coins sowie durch die Mitgliedsbeiträge aufgebracht, so die Korea Joongang Daily.

Wie es auch bei ähnlichen Systemen der Fall ist, bei denen Kryptowährung eine Rolle spielt, nutzten die Täter das mangelnde Wissen der Öffentlichkeit über den Krypto-Raum aus, um sie zu Fiat-Investitionen zu bewegen und diese dann zu bestehlen.

"Im Laufe unserer Observierung haben wir festgestellt, dass die meisten Menschen, die an der Präsentation des Betrügers teilnahmen, ältere Menschen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren waren", so Hong Nam-ki.

Wie Cointelegraph berichtete, sind Ponzi-Systeme trotz der zunehmenden Legitimität von Kryptowährungen in der Öffentlichkeit insgesamt weiterhin ein anhaltendes Phänomen.

Anfang des Jahres sind die Behörden den Verantwortlichen von OneCoin, einem berüchtigten internationalen Quasi-Pyramidenschema, das mehrere Jahre lang aktiv war und den Investoren riesige Gewinne versprach, auf die Schliche gekommen.

OneCoin, das von Bulgarien aus gegründet wurde, verkaufte ebenfalls eigene Token. Cointelegraph warnte bereits im Jahr 2015 vor diesem betrügerischen Projekt.