Australische Zentralbank sieht Facebook Coin Libra skeptisch

Philip Lowe, der Gouverneur der australischen Zentralbank (RBA), zeigt sich pessimistisch, dass die neue Facebook Kryptowährung in naher Zukunft Realität wird. Dies geht am 20. Juni aus einem Bericht von Bloomberg hervor.

Die Problemstellung für den Libra sieht Lowe dabei, wie folgt:

„Es muss noch viel geschehen, ehe die Facebook Kryptowährung wirklich alltagstauglich ist. […] Es gibt viele rechtliche Probleme, die geklärt werden müssen und es muss verdeutlicht werden, worin der tatsächliche Mehrwert besteht. Wir sollten deshalb nichts überstürzen.“

Lowe ist bekannt als Krypto-Kritiker, so hatte er sich 2017 schon skeptisch gegenüber Marktführer Bitcoin (BTC) gezeigt. Damals meinte er, dass dessen Aufstieg lediglich durch einen „Spekulationswahn“ bedingt sei, außerdem wäre die Kryptowährung eher für Kriminelle als für Verbraucher interessant.

Des Weiteren sieht Lowe die Chancen für Kryptowährungen auf dem australischen Markt insgesamt als schlecht an, da das elektronische Zahlungssystem des Landes ohnehin schon gut funktionieren würde.

Dahingehend führt er aus:

„Ich war schon immer davon überzeugt, dass sich Kryptowährungen in Australien nicht durchsetzen werden, da wir schon ein sehr effizientes elektronisches Zahlungssystem haben, über das wir völlig unkompliziert Überweisungen per Smartphone tätigen können.“

Wie Cointelegraph kürzlich berichtet hat, hatte die australische Zentralbank erst vor ein paar Tagen eine Studie veröffentlicht, in der sie genauer aufschlüsselt, weshalb Kryptowährungen auf dem Inselkontinent einen schweren Stand haben.

Der Tenor der Studie ähnelt den jüngsten Aussagen des Zentralbank Gouverneurs, so heißt es in der Zusammenfassung des Textes:

„Diese Studie untersucht, weshalb es unwahrscheinlich ist, dass Bitcoin sich in Australien als gängiges Zahlungsmittel etablieren kann. Außerdem wird beleuchtet, wie andere Kryptowährungen bisher versucht haben, die Schwächen von Bitcoin auszumerzen, darunter zum Beispiel die hohe Volatilität und die geringe Skalierbarkeit des Marktführers.“

Lowe ist mit seiner Einschätzung nicht allein, denn auch andere Regierungsbeauftragte haben sich bereits skeptisch zum neuen Facebook Coin Libra geäußert. So hat der französische Wirtschafts- und Finanzminister heftige Kritik geübt und meint, dass „die Herausgabe von Währungen nicht privaten Konzernen zufallen dürfe“. Auch eine amerikanische Parlamentarierin will dem Social-Media Konzern zunächst Einhalt gebieten und fordert einen Stopp des Krypto-Projekts.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, soll Facebook deshalb am 16. Juli vor dem Finanzausschuss des amerikanischen Parlaments aussagen.