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Samuel Haig
Verfasst von Samuel Haig,Ehemaliger Redaktionsautor
Alex Cohen
Geprüft von Alex Cohen,Ehemaliger Redakteur

BIZ: Corona-Krise hebt Mehrwert von Zentralbank-Digitalwährungen hervor

Der Chef des BIZ Innovation Hubs ist der Ansicht, dass die Corona-Krise Zentralbank-Digitalwährungen ins Rampenlicht gerückt hat.

BIZ: Corona-Krise hebt Mehrwert von Zentralbank-Digitalwährungen hervor
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Benoît Cœuré, der Leiter des Innovation Hubs der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), ist der Ansicht, dass Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) durch die Corona-Krise „immer mehr in den Fokus gerückt sind“.

Im Rahmen eines Webinars, das am 17. April von der Unternehmensberatung Accenture, dem ReReinventing Bretton Woods Komitee und der Handelskammer für Digitalwirtschaft veranstaltet wurde, gab Cœuré die Einschätzung ab, dass „die Krise den Mehrwert von Technologien verdeutlicht hat, die der Wirtschaft ermöglichen, auch auf Distanz zu funktionieren“.

In diesem Zusammenhang erwähnt Cœuré auch, dass die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich an Tokenisierung forscht, um zu helfen, die Wirtschaft in Krisenzeiten wieder anzukurbeln. Tokenisierung meint die digitale Verpackung von Vermögenswerten in kleinere Einzelteile, die dann als eine Art Kryptowährung gehandelt werden können.

Beschleunigt Corona-Krise die Abschaffung von Bargeld?

Zudem führt der Chef des BIZ Innovation Hubs an, dass die Bargeldnutzung in der Corona-Krise merkbar zurückgegangen sei, was wiederum die Diskussion um die Einführung von Zentralbank-Digitalwährungen neu angefacht habe:

„Die aktuelle Diskussion um Zentralbank-Digitalwährungen rückt immer mehr in den Fokus. Ob die Corona-Krise tatsächlich die Abschaffung des Bargeldes beschleunigt, bleibt jedoch abzuwarten. Nichtsdestotrotz wird dadurch offensichtlich, wie wichtig es ist, verschiedene Zahlungswege zu eröffnen.“

Cœuré betont, dass „Zahlungsdienstleistungen momentan eine treibende Kraft für technologischen Wandel sind“, da der Umstieg auf digitale Zahlungsdienstleistungen „für geringe Kosten, mehr Transparenz und höhere Benutzerfreundlichkeit“ sorgen kann.

Krise treibt technologischen Wandel im Finanzwesen voran

Gleichsam räumt Cœuré ein, dass „die Corona-Krise den digitalen Wandel über Zahlungsdienstleistungen hinaus vorantreiben wird“. So wirft er in diesem Zusammenhang die folgende Frage auf: „Werden die Kunden nach der Lockerung der Vorsichtsmaßnahmen wieder zu ihren Bankfilialen zurückkehren oder wird sich vielmehr das virtuelle Banking durchsetzen?“  

Um dies zu ergründen will Cœuré mit dem BIZ Innovation Hub verschiedene „technologische Trends im Finanzwesen“ und deren Auswirkungen auf Zentralbanken und Aufsichtsbehörden untersuchen.

„Fragestellungen wie Tokenisierung, Open Banking und der Einsatz von Technologie zur Unterstützung von Regulierungsmaßnahmen (Stichworte: Regtech und Suptech) stehen ganz oben auf unserer Agenda“, wie er dahingehend ergänzt.

Anfang April hatte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich eine Studie veröffentlicht, in der sie zu dem Schluss kam, dass Zentralbank-Digitalwährungen dabei helfen könnten, das Infektionsrisiko in der Corona-Krise zu verringern.

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