Bitcoin: CO2-Emission auf Niveau eines kleinen Landes

Die durch Bitcoin (BTC) verursachten CO2-Emissionen sind auf dem Niveau der gesamten Stadt Kansas und sogar einem kleinen Land, so eine Studie, die am 12. Juni im Journal Joule veröffentlicht wurde.

Christian Stoll, einer der Forscher, die am Projekt beteiligt waren, sagte, dass der große Energieverbrauch, der durch das Mining entsteht, zu einem beträchtlichen CO2-Fußabdruck führt. Und da sich die Rechenleistung, die zur Lösung eines Bitcoin-Puzzles benötigt wird, seit dem letztem Jahr mehr als vervierfacht hat, wird das Problem immer größer, so die Studie. Es heißt außerdem:

"Das Ausmaß dieser CO2-Emissionen, kombiniert mit dem Risiko von Absprachen und Bedenken hinsichtlich der Kontrolle über das Währungssystem, könnte regulatorische Eingriffe rechtfertigen, um Einzelpersonen vor sich selbst und andere vor ihren Handlungen zu schützen."

Die Forscher nutzten Daten aus IPO-Anmeldungen und IP-Adressen, um ihre Ergebnisse zu erarbeiten. Mit einem jährlichen CO2-Ausstoß von schätzungsweise 22 bis 22,9 Megatonnen liegt Bitcoin auf internationaler Ebene irgendwo zwischen Jordanien und Sri Lanka. Die Studie deutet darauf hin, dass sich dieser Wert verdoppeln würde, wenn man alle anderen Kryptowährungen mit berücksichtigen würden.

Stoll, ein Forscher an der Universität München und dem MIT, warnte:

"Wir stellen die Effizienzgewinne, die die Blockchain-Technologie in bestimmten Fällen bieten könnte, hierbei nicht in Frage. Die aktuelle Debatte konzentriert sich allerdings auf den erwarteten Nutzen. Die Kosten müssen dabei stärker berücksichtigt werden."

Im vergangenen November fand eine Studie, die den Zeitraum von Januar 2016 bis Juni 2018 untersuchte, heraus, dass man viermal mehr Energie benötige, um BTC im Wert von 1 US-Dollar zu minen, als Kupfer im Wert von 1 US-Dollar abzubauen. Und man benötige doppelt so viel Energie wie beim Abbau von Gold oder Platin im Wert von 1 US-Dollar.

Ein PwC-Bericht vom März warnte, dass erneuerbare Energien nicht ausreichen würden, um das Nachhaltigkeitsproblem von Bitcoin zu lösen. Im selben Monat diskutierte eine Region im US-Bundesstaat Montana, ob man Krypto-Miner dennoch zur Nutzung erneuerbarer Energien verpflichten sollte.