Laut Google Trends-Daten der letzten fünf Jahre haben die Google-Suchanfragen nach „Bitcoin geht auf Null“ den höchsten Stand seit der Panik nach dem FTX-Crash im November 2022 erreicht.
Der Anstieg steht im Einklang mit dem jüngsten Rückgang des Bitcoin-Kurses von seinem Allzeithoch am 6. Oktober 2025 bei fast 126.000 US-Dollar auf etwa 66.500 US-Dollar zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels am Donnerstag, wie Daten von CoinGecko zeigen. Damit liegt der Wert der Kryptowährung nun fast 50 % unter ihrem Höchststand.
Gleichzeitig ist der Bitcoin Fear and Greed Index auf einen Wert von etwa 9 gefallen, was einer extremen Angst entspricht, wie sie zuvor nur beim Zusammenbruch des Terra-Ökosystems und den Folgen der FTX-Krise im Jahr 2022 zu beobachten war.
Google Trends meldet, dass das weltweite Interesse an dem Begriff „Bitcoin geht auf Null“ zuletzt Anfang November 2022 ein vergleichbares Niveau erreichte, als FTX Auszahlungen einfror und Bitcoin (BTC) auf rund 15.000 US-Dollar abstürzte.

Ausgangslage anders als 2022
Der Krypto-Datendienst Perception analysierte Stimmungsdaten aus über 650 Krypto-Medienquellen und teilte seine Ergebnisse mit Cointelegraph.
Gründer Fernando Nikolic erklärte, dass die Angst im Jahr 2022 hauptsächlich durch interne Ereignisse wie die Kettenreaktion von Ausfällen zentralisierter Kreditgeber und einer der größten Börsen der Branche ausgelöst wurde, während die heutige Angst „durch makroökonomische Befürchtungen bedingt und durch eine große pessimistische Stimme verstärkt wird“.
Nikolic führte dahingehend aus, dass Mike McGlone von Bloomberg die lauteste Stimme sei, die die Erzählung „Bitcoin könnte auf null (oder fast null) fallen“ vorantreibt, und dass er in diesem Zyklus eine „Ein-Mann-Content-Maschine“ sei, die Bitcoin am 3. Februar auf nur noch 10.000 US-Dollar crashen sah. So prognostizierte er, die Märkte würden auf einen Crash im Stil von 2008 zusteuern, weshalb er im vergangenen Monat auf einen kontinuierlichen Rückgang von Bitcoin spekulierte.
Nikolic erklärte gegenüber Cointelegraph, dass McGlone wiederholt von Krypto-Medienseiten zitiert wird und „im Wesentlichen seit drei Wochen die erste Anlaufstelle für pessimistische Aussagen ist“. „Diese Medienpräsenz trägt wahrscheinlich direkt zum Anstieg der Google-Suchanfragen bei“, so der Experte.
Privatanleger hinken hinter Institutionen her
Nikolic wies in diesem Kontext darauf hin, dass der „eigentliche Knackpunkt“ darin besteht, dass zwar die Suchanfragen nach „Bitcoin auf Null“ sprunghaft ansteigen, institutionelle Käufer jedoch mehr BTC akkumulieren, was darauf hindeutet, dass Staatsfonds wie aus Abu Dhabi ihre Bestände an Bitcoin-ETFs erhöhen und große Treasury-Unternehmen wie Strategy weiterhin BTC horten.
Laut Krypto-Daten, so sagte er, habe die Stimmung in den Medien am 5. Februar ihren Tiefpunkt erreicht, sich aber seit zwei Wochen wieder erholt, während die Suchanfragen bei Google nach „Bitcoin geht auf Null“ Mitte Februar ihren Höhepunkt aufstellten.
Die Angst der Privatanleger hinkt der Stimmung in den Fachmedien um etwa 10 bis 14 Tage hinterher, behauptete er. „Wenn die Öffentlichkeit am meisten Angst hat, hat sich die Stimmung unter Fachleuten bereits wieder stabilisiert. Die Stimmung unter Privatanlegern und das Verhalten institutioneller Anleger entwickeln sich in entgegengesetzte Richtungen.“
Unsicherheit prägt Kryptomarkt
Der Anstieg der Suchanfragen zu „Bitcoin geht auf Null“ vollzieht sich auch vor dem Hintergrund einer Rekordhoch an makroökonomischer Unsicherheit.
Der Weltunsicherheitsindex, der Verweise auf „Unsicherheit“ in den Länderberichten der Economist Intelligence Unit zählt, befindet sich auf dem höchsten Stand in der Zeitreihe der Federal Reserve Bank of St. Louis (FRED) und übertrifft damit die Höchststände, die während der globalen Finanzkrise 2008 und dem COVID-19-Schock 2020 zu verzeichnen waren.

Die dem Index zugrunde liegenden Untersuchungen zeigen, dass Spitzenwerte bei der globalen Unsicherheit in der Regel mit einem Rückgang der Produktion und einem langsameren Wachstum einhergehen, da Unternehmen Investitionen und Einstellungen zurückstellen.
Laut Nikolic sind auch seit Oktober 2025 Ängste vor Quantencomputern ein ständiges Hintergrundthema, aber er sagte, dass diese Ängste parallel zu Preisrückgängen zunehmen und nicht unabhängig davon.
Laut Google Trends erreichten die Suchanfragen nach „Bitcoin Quantum“ im November 2025 ihren Höhepunkt und sind seitdem stetig zurückgegangen.
„Es handelt sich um einen Verstärker der bestehenden pessimistischen Stimmung, nicht um einen eigenständigen Treiber. Der Suchtrend „Bitcoin geht auf Null“ ist wahrscheinlich eine Kombination aus Angst vor einem Preisverfall + existenzieller Angst + Makro-Untergangsstimmung à la McGlone, die alle im selben Zeitfenster zusammenlaufen.“

