Bitfinex-Mutterfirma muss für Rechtsstreit tief in die Tasche greifen

Anwälte von Bitfinex, Tether und der Muttergesellschaft iFinex Inc. haben erklärt, dass die Beklagten bereits über 500.000 US-Dollar für die Beantwortung von Dokumentenanfragen für einen laufenden Rechtsstreit ausgegeben haben.

Das Schreiben der Anwälte - das am 30. Juli bei Richter Joel M. Cohen eingereicht und vom CIO des Altana Digital Currency Funds über Twitter am selben Tag geteilt wurde - zeigt, wie teuer und komplex die Einhaltung von Dokumentenanforderungen für die staatliche Untersuchung ist.

Wie zuvor berichtet, begann das Verfahren gegen die Befragten am 24. April, als das Büro des Generalstaatsanwalts von New York (NY OAG) Bitfinex beschuldigte, 850 Millionen US-Dollar an Geldern verloren zu haben. Diese wären für die Entschädigung von Nutzern benötigt worden und seien von der Tochtergesellschaft Tether abgezweigt worden, um den Fehlbetrag heimlich zu decken.

Sehr kostspieliger Rechtsstreit

Wie die Anwälte des Unternehmen hervorheben, habe das Gericht in einer früheren Entscheidung aufgrund des großen Aufwands einen Aufschub hinsichtlich der Bereitstellung von Dokumenten zu dem von Theter gegenüber Bitfinex gemachten Darlehen gewährt.

Laut den Anwälten habe sich das Gericht angesichts des noch unbeantworteten Antrags auf Verfahrenseinstellung für den Aufschub entschieden, weil es verhindern wollte, dass die Befragten ein kleines Vermögen für die Erstellung von Dokumenten ausgeben hätten müssen, die sich später möglicherweise als unnötig erweisen könnten.

Wie die Anwälte bestätigen, habe das Gericht mit seiner Erwartung hoher Kosten zur Dokumenteerstellung richtig gelegen. Die nur für einen kleinen Teil der angefragten Dokumente ausgegebenen Gelder beliefen sich bereits auf über 500.000 US-Dollar. In dem Schreiben der Anwälte heißt es:

"Die teilweise Beantwortung der Anfrage des Gerichts ist eine der größten und komplexesten Bemühungen zur Sammlung und Überprüfung von Dokumenten, an der der unterzeichnende Anwalt jemals teilgenommen hat, und an der insgesamt über 60 Anwälte beteiligt waren."

Lediglich ein Aufschub

Die Anwälte weisen in ihrem Schreiben an Richter Cohen darauf hin, dass die durch den Aufschub für den Staatsanwalt entstehenden Unannehmlichkeiten durch den durch Kosten entstehenden irreparablen Schaden für die Beklagten bei weitem überwiegt.

Sie stellen auch fest, dass der Aufschub in keiner Weise als Verzögerung ausgelegt ist, da die Befragten ihrem Antrag auf Ablehnung des Verfahrens und gegebenenfalls bei dessen Zurückweisung einer Beschwerde nachgehen würden. Darüber hinaus bringen sie ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass sie letztendlich eine erfolgreiche Anfechtung des Falles erreichen werden. 

Bei der Gerichtsverhandlung Anfang dieser Woche gewährte Richter Cohen eine 90-Tage-Verlängerung für den Fall, so dass die Staatsanwaltschaft ihre Untersuchungen fortsetzen kann.