Bloomberg: Algorithmischer Handel als möglicher Grund für Bitcoin-Erholung

Das aktuelle starke Wachstum auf dem Kryptomarkt könnte auf algorithmischem Handel zurückzuführen sein, so Bloomberg am Mittwoch, 3. April.

Der algorithmische Handel ist ein Verfahren, das automatisierte Software verwendet, um Trends zu erkennen und zu bestimmen, wann Trades gemacht werden sollten. Laut Bloomberg ist diese Art von Handel in den letzten Monaten immer populärer geworden. In der Branche wurden seit September 17 neue Algo- oder quantitative Fonds aufgelegt. Berichten zufolge sind das 40 Prozent der in diesem Zeitraum lancierten Krypto-Hedgefonds.

Während Kryptofonds aufgrund des Bärenmarkts im Jahr 2018 rund 72 Prozent Verlust gemacht hatten, verzeichneten diese Algo-Fonds im Laufe des so genannten Krypto-Winters Zuwächse zwischen 3 Prozent und 10 Prozent pro Monat.

Bitcoin hat am 2. April unerwartet einen Kurssprung um 20 Prozent gemacht, kurz nachdem die asiatischen Märkte eröffnet hatten. Bloomberg erklärte, dass dieser Sprung auf einen Handel im Wert von umgerechnet rund 89 Mio. Euro zurückzuführen sein könnte, der auf drei große Börsen verteilt worden sei.

Wie Experten gegenüber Reuters erklärten, wurde eine Order im Wert von 20.000 BTC (das sind bei Redaktionsschluss rund 89 Mio. Euro) auf die US-Kryptobörsen Coinbase und Kraken sowie der Luxemburger Börse Bitstamp verteilt. Die riesige Order hat daraufhin die Bots dazu veranlasst, zu handeln, wodurch wiederum die Kurse und Volumen anstiegen.

Einige Unternehmer sollen laut Bloomberg gesagt haben, dass der Algo-Handel ihrer Meinung nach einen positiven Einfluss auf die Kryptobranche haben werde. Wei Zhou, der Finanzleiter bei der maltesischen Kryptobörse Binance, sagt, dass diese die neuen Rockstars der Branche sein würden.

Andere haben Bedenken, dass der Algo-Handel zu Marktmanipulationen führen könnte. Travis Kling, der Gründer des Krypto-Hedgefonds Ikigai aus Los Angeles, sagte gegenüber Bloomberg, dass einige von ihnen gefälschte Orders verwenden könnten, um andere Trader zu täuschen.

Bloomberg hat eine Reihe von Artikeln und TV-Spots veröffentlicht, die mögliche Gründe für den deutlichen Marktsprung angeben. Der Bloomberg-Autor Eric Lam etwa, erinnerte an einen Aprilscherz, bei dem behauptet worden sei, dass die US-Wertpapier- und Börsenkommission endlich einen Bitcoin-ETF genehmigt habe. Dieser Scherz habe die Kryptomärkte möglicherweise beeinflusst.

Ein weiterer Grund, den Bloomberg anführt, ist der bevorstehende Brexit. Einige Leute glauben, dass Investoren aufgrund des Austritts von Großbritannien aus der EU ihre Pfund in BTC umtauschen würden.