Cambridge Analytica hatte bereits vor dem Facebook-Skandal, in welchem dem Unternehmen der mutmaßliche Zugriff und Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten vorgeworfen wird, darüber nachgedacht, Kapital über die Ausgabe einer digitalen Währung zu generieren, wie mit dem Thema vertraute Quellen Reuters am 17. April mitteilten.

Laut den Quellen hat Cambridge Analytica die Beratung einer Firma eingeholt, die Unternehmen in der Strukturierung von Initial Coin Offerings (ICOs) berät.  Auch wenn aktuell nicht bestätigt ist, dass die auf Datenanalysen spezialisierte Beratung noch immer ihre Pläne für die Ausgabe einer eigenen digitalen Währung verfolgt, sagte ein Sprecher gegenüber Reuters, dass das Unternehmen die Nutzung von Blockchain-Technologien zur Sicherung von Onlinedaten in Betracht zieht.

"Vor der Facebook-Kontroverse hatten wir uns mit der Entwicklung einer Reihe von Technologien beschäftigt, die Einzelpersonen helfen sollen, ihre persönlichen Daten von Unternehmen zurückzubekommen und volle Transparenz und Kontrolle darüber zu haben, wie ihre persönlichen Daten verwendet werden. Wir erforschen diverse Optionen mit welchen Menschen ihre persönlichen Daten managen oder davon profitieren können, auch die Möglichkeit von Blockchain-Technologien."

Cambridge Analytica hatte an der Kampagne des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Jahr 2016 mitgewirkt und wurde vor Kurzem intensiv überprüft, nachdem die Firma aufgrund des vermeintlich unzulässigen Zugriffs auf Facebook-Nutzerdaten Schlagzeilen machte. Einige Quellen berichten, dass die Firma die privaten Informationen von mehr als 50 Mio. Nutzer-Profilen gesammelt haben soll. Sowohl der US-Kongress als auch das britische Parlament haben den leitenden Angestellten Alexander Nix in dieser Angelegenheit intensiven Befragungen unterzogen. 

ICOs sind zu einer beliebten Methode zur Kapitalerhebung geworden. In diesem Jahr hat der beliebte verschlüsselte Nachrichtendienst Telegram in der zweiten Runde seines ICOs rund 690 Mio. Euro gesammelt, um damit die Entwicklung der Messenger-App Telegram und der eigenen Blockchain-Plattform Telegraph Open Network zu unterstützen.

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