CFTC Vorsitzender fordert behördliche „Samthandschuhe“ für Krypto-Regulierung

J. Christopher Giancarlo, der Vorsitzende der amerikanischen Behörde für Future- und Optionsmärkte (CFTC), meint, dass Kryptowährungen eine Behandlung mit „Samthandschuhen“ von den Aufsichtsbehörden bräuchten, um aufzublühen. Dies sagte er am 14. September in einem Interview auf dem alljährlichen Singapur Summit.

Giancarlo gibt an, dass er sich bei dieser Einschätzung auf die Anfangstage des Internets bezieht, welches sich, laut seiner Argumentation, entwickeln und reifen konnte, weil die Regierungsbehörden nur minimal eingriffen:

„Ich spreche mich dafür aus, den selben Ansatz bei den Kryptowährungen, bzw. allen Dingen, die mit dieser digitalen Revolution der Märkte, Währungen und Wertanlagen verknüpft sind, zu verfolgen.“

Trotzdem unterscheidet er zwischen dem Vorgehen der CFTC auf kurze Sicht, zur Bekämpfung von bösartigen Aktivitäten auf den Kryptomärkten, und dem langfristigen Ansatz der Behörde, worunter schwerwiegende Regulierungsentscheidungen fallen, die die junge Branche besonders beeinflussen können:

„Wenn es um Betrug und Manipulation geht, dann müssen wir streng sein. Wenn es um die Erstellung der Rahmenbedingungen geht, dann sollten wir langsam, bewusst und gut informiert vorgehen.“

Der Vorsitzende widersprach außerdem Vorwürfen, dass die US-Aufsichtsbehörden die Regulierung der Kryptowährungen nur langsam und schwammig vorantreiben würden. In diesem Kontext merkt er an, dass die CFTC der „allerersten“ Eingabe von von Bitcoin (BTC) Futures vorgesessen habe. Diese wurden im Dezember 2017 über die großen amerikanischen Börsen CME und CBOE herausgegeben.

Die Frage, wie Kryptowährungen definiert sein sollten und welche Behörden für diese zuständig sind, wird schon lange diskutiert. Eine Anhörung im US-Parlament hob diesen Sommer hervor, dass Kryptos eine einzigartige Herausforderung wären, da digitale Wertanlagen die strikten Definierungen der bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen verwischen würden.

In diesem Jahr haben zwei Richter auf Bundesebene in einem wichtigen Prozess entschieden, dass die staatliche Güterregulierung für Bitcoin Anwendung finden würde, was diese unter die Zuständigkeit der CFTC stellt. Außerdem wurde diese Woche entschieden, dass das US-Wertpapiergesetz bei der Verfolgung von Krypto-Betrug wirksam wird.