Chinas digitale Zentralbankwährung: "Kein Zeitplan für Ausgabe"

China hat kein bestimmtes Startdatum für seine digitale Währung festgelegt, wie die dortige Zentralbank erklärte. Damit widerspricht sie ihren vorangegangenen Aussagen.

Zentralbankgouverneur: Wir brauchen Zeit für Recherche

Wie die lokale englischsprachige Nachrichtenplattform Global Times am 24. September berichtete, hat die Volksbank von China (PBoC) nun dementiert, dass Peking bereit sei, seinen neuen Vermögenswert herauszubringen.

Der Plattform zufolge, müsse die PBoC noch "Risiken erforschen, testen, bewerten und verhindern". Diese Information stammte allerdings nicht direkt von Gouverneur Yi Gang.

"Chinas Forschung und Entwicklung im Bereich der digitalen Währungen hat positive Fortschritte gemacht, aber das Land hat noch keinen Zeitplan für die Einführung einer digitalen Währung", hieß es in einer Zusammenfassung.

Widersprüchliche offizielle Angaben 

Diese Kommentare widersprechen denen des stellvertretenden Direktors Mu Changchun vom August. Wie Cointelegraph berichtete, vermittelte die PBoC den Eindruck, dass die digitale Währung fertiggestellt sei und bald eingeführt werden sollte. 

Das könne noch vor Ende 2020 geschehen. Zu dem Zeitpunkt plane auch Facebook, seine eigene private digitale Währung Libra herauszubringen, wie er erklärte.

Die PBoC hatte angedeutet, dass die Entwicklung des eigenen Tokens beschleunigt wurde und das eine direkte Reaktion auf den Libra sei. Die Behörden hätten allerdings seit mehreren Jahren schon eine digitale Währung geplant.

Anfang des Monats hatte Mu behauptet, das eine solche dazu beitragen würde, die Geldsouveränität zu sichern und diese Teil einer umsichtigen wirtschaftspolitischen Planung sein würde. 

Yi spielte unterdessen auch die Bedeutung in diesem Bereich herunter und erklärte, dass die digitale Währung einen Teil der M0-Geldumlaufmenge des Yuan ersetzen würde. M1 oder M2 würden davon unberührt bleiben.