Chinesische Regierung beteiligt sich am Aufbau einer „Blockchain-Stadt“ in Malaysia

Die chinesische Regierung unterstützt den Aufbau einer „Blockchain-Stadt“ in Malaysia, die sich entlang der wichtigen Seeroute „Straße von Malakka“ befinden soll. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor, die Cointelegraph am 26. April zugespielt wurde.

Das Bauunternehmen China Wuyi und das Investment-Netzwerk SWT International zeichnen sich hauptsächlich für die Planung des Projektes verantwortlich, das von der chinesischen Regierung angeblich mitgetragen werden soll. Demnach soll Malakka in eine vollumfängliche Blockchain-Stadt umgebaut werden. Die Planung sieht vor, dass dafür zunächst 120 Mio. US-Dollar Investitionskapital eingesammelt werden sollen.

Laut Pressemitteilung ist vorgesehen, dass die Infrastruktur der Stadt gänzlich auf Blockchain-Technologie beruht. Dazu wird eine sogenannte DMI-Plattform eingesetzt, der ein nativer Token namens DMI-Coin als Währungssystem innewohnt. Die DMI soll genutzt werden, um damit für öffentliche Dienstleistungen zu zahlen, für Touristen wird es eine Möglichkeit geben, ihre Fiat-Währungen in DMI-Coin umzutauschen.

Lim Keng Kai, der designierte Leiter des Projektes, gibt dahingehend an, dass „modernste Blockchain-Technologie eingesetzt wird, die in die bestehende Industrie integriert werden soll, um Malaysia zu einem weltweiten Tourismusmagneten zu machen. Wir haben die Genehmigung der Regierung, um die Region neu zu gestalten und haben tolle Pläne dafür entwickelt.“

Eine chinesische Beteiligung ist sehr gut möglich, da sich das Land zuletzt verstärkt im pazifischen Raum engagiert hat. Allein in den vergangenen 7 Jahren soll China mehr als 6 Mrd. US-Dollar in die Hauptstadt von Papua-Neuguinea investiert haben, um auf deren Rohstoffe zugreifen zu können.

Im Juni 2018 hat die südkoreanische Regierung wiederum einen Plan vorgestellt, der die Stadt Busan in ein Zentrum für Blockchain-Technologie umwandeln soll, ähnlich der Schweizer Stadt Zug, die in der Branche den beiläufigen Spitznamen „Krypto-Tal“ trägt. Oh Jung-geun, ein Sprecher des südkoreanischen Verbandes der Finanzdienstleister, erklärte dahingehend: „Wir brauchen einen Ort, an dem wir die südkoreanische Kryptobranche konzentrieren können, ähnlich wie im Schweizer Krypto-Tal.“

Im Februar hat das norwegische Liberstad eine eigene Kryptowährung für die städtische Blockchain-Plattform herausgebracht, die als offizielles Zahlungsmittel dienen soll. Die unabhängige Stadt gehört dem sogenannten Anarchokapitalismus an und wurde 2015 im Rahmen des Libertania Projektes gegründet.

Eine Studie der International Data Corporation (IDC) hat ergeben, dass die Ausgaben für „Smart-City“ Projekte bis 2021 auf einen Wert von 135 Mrd. US-Dollar wachsen werden.