Circle Geschäftsführer auf MoneyConf Dublin: „Stehen vor Beginn der Tokenisierung von allem“

Heute, den 13. Juni, wird die MoneyConf in Dublin (Irland) fortgesetzt. Die Konferenz zu den Themen Crypto und Fintech kann im Live-Stream von Cointelegraph mitverfolgt werden.

Jeremy Allaire, Mitbegründer und Geschäftsführer des Zahlungsdienstleisters Circle, sprach an diesem Morgen von einer regelrechten „Krypto-Revolution”, da die Weltgemeinschaft „vor dem Beginn der Tokenisierung von allem“ stehe.

Ähnlich wie das Internet Information und Kommunikation auf den Kopf gestellt hat, schickt sich Blockchain nun an, „jeglichen Aspekt der Finanzwelt“ zu revolutionieren. Außerdem sollen „behördliche und öffentliche Aufgaben nach dem Prinzip von Blockchain neugestaltet werden“.

„Sobald man ein globales, offenes und unveränderbares Buchführungssystem, ein System zur Verarbeitung von Transaktionen und eine gesicherte IT-Infrastruktur hat, kann die globale Finanzwelt in jeglicher Hinsicht neu gedacht werden. Darunter fällt Gesellschaftsrecht und Handelsrecht, die Abwicklung von Verträgen, sowie alle sonstigen Mechanismen, die wir auf unternehmerischer und gesellschaftlicher Ebene zur Entscheidungsfindung nutzen.“   

Der Geschäftsführer malte seine Vision einer Token-basierten Weltwirtschaft und Gesellschaft, in denen „jede Form von Wertaufbewahrung und Speicherung öffentlicher Daten zu einem Krypto-Token wird“, der wiederum einen eigenen  Marktwert hat und global auf digitalen Börsen gehandelt werden kann.

Über Krypto-Wertanlagen könne man „sein Haus, das Auto oder die eigene Kunstsammlung tokenisieren” und dadurch weltweite Finanzbeziehungen für jegliches materielles Gut schaffen.

Außerdem könne „die Tokenisierung von Wahlen und Abstimmungen in allen politischen Bereichen“ auf einem unveränderbarem System fußen, das für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit als bisherige Modelle sorgt.  

Allaire hebt dabei fünf Kategorien an Krypto-Wertanlagen hervor, beginnend mit auf Datenschutz fokussierten Kryptowährungen, die finanzielle Aktivitäten aus der zentralisierten Kontrolle von Regierungen entfernen und zu einem „öffentlichen Gut“ im Internet werden.

Als nächstes folgen so genannte „Krypto-Wertpapiere”, die ähnlich geregelten Finanzgeschäften funktionieren und gegenüber schriftlichen Verträgen ein „weitreichendes“ Potenzial haben. In diese Kategorie fallen die meisten Initial Coin Offerings (ICOs), wie er betont.

Danach geht er auf Krypto-Wertanlagen ein, die die Transaktionsabwicklung stützen. Darunter fallen Ripple (XRP) und Stellar (XLM). Des Weiteren erwähnt er „sehr ambitionierte“ Blockchain-Plattformen wie Ethereum (ETH), die er als „Betriebssysteme der Weltwirtschaft“ bezeichnet.   

Die letzte Kategorie der Krypto-Wertanlagen sind laut Allaire so genannte Stablecoins, die an übliche Fiat-Währungen gebunden sind. Diese wurden entwickelt, um Finanzgeschäften einen festen Wert zuschreiben zu können. Allaire hebt dabei hervor, dass bei vielen Geschäften eine niedrige Preisvolatilität entscheidend ist, während auf Dezentralisierung und Sicherheit der Blockchain nicht verzichtet werden soll. In solchen Fällen kommen die Stablecoins zum Einsatz.

Vergangenen Monat bekam Circle 110 Mio. $ an Investitionsgeldern, allen voran durch Hardwarehersteller Bitmain, um gemeinsam an der Entwicklung eines US-Dollar gestützten Stablecoincs zu arbeiten. Der USDC von Circle ist ein ERC-20 Token, der auf Ethereum-Basis läuft und von Circle im Sommer dieses Jahres veröffentlicht werden soll. Durch die Investitionen erfuhr Circle eine Wertsteigerung von nahezu 3 Mrd. $, was einem 6-fachen Anstieg im Vergleich zu 2016 entspricht.

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