Coinbase CEO: So können Kryptowährungen massentauglich werden

Brian Armstrong, der Geschäftsführer der Kryptobörse Coinbase, sieht drei Hauptkriterien, die seiner Meinung nach verbessert werden müssen, um Kryptowährungen massentauglich zu machen. Laut Armstrong sind dies Volatilität, Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit. Die entsprechenden Äußerungen machte er am 2. April im Rahmen einer Fragerunde auf YouTube.  

Armstrong hielt am vergangenen Dienstag eine Fragerunde auf der Social-Media Plattform ab und beantwortete dort eine Vielzahl an Fragen der Krypto-Community. Auf die Frage nach der Massentauglichkeit von Kryptowährungen antwortete der Coinbase Geschäftsführer, dass es dazu entscheidende Verbesserungen bei der Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit bräuchte, während gleichzeitig die Volatilität auf ein Minimum reduziert werden muss.

Eine Reduzierung der Volatilität ist wichtig, da wilde Kursschwankungen besonders die großen Investoren davon abhalten, in den Kryptomarkt einzusteigen, wie Armstrong erklärt. Dementsprechend muss die Branche sich um Preisstabilität bemühen, die aufkommenden Stablecoins könnten eine teilweise Lösung dieses Problems sein, da diese an einen anderen Vermögenswert (wie z.B. Fiat-Währungen) angebunden sind, was ihnen die namensgebende „Stabilität“ verleiht.

Auch um Skalierbarkeit bemüht sich die Branche mittlerweile schon stark, so gibt es ca. 10 große Projekte, die sich explizit mit dem Thema beschäftigen, darunter zum Beispiel das bekannte Lightning Network. Mit Hilfe dieser Ansätze könnte die Geschwindigkeit von Krypto-Transaktionen optimiert werden, was entscheidend für die Alltagstauglichkeit der Technologie ist. Dadurch können Werte von 500 – 5000 Transaktionen pro Sekunde erreich werden, was Kryptowährungen sogar konkurrenzfähig zu den Platzhirschen wie Visa oder PayPal machen würde.  

Das dritte entscheidende Kriterium ist die Benutzerfreundlichkeit. Armstrong ist der Meinung, dass es bisher noch zu viel Aufwand und Know-How braucht, damit Anleger überhaupt in Kryptowährungen investieren können. Dieser Prozess müsste drastisch vereinfacht werden, um Eintrittsbarrieren abzubauen. Als Beispiel für eine gute Benutzerfreundlichkeit führt Armstrong die chinesische App WeChat an, die als Orientierungshilfe dienen könnte.

Im Rahmen der Fragerunde ging Armstrong außerdem auch auf die Kritik gegenüber seiner Kryptobörse Coinbase ein. So hatten einige Mitglieder der Krypto-Community gar eine Kampagne unter dem Namen #DeleteCoinbase (löscht Coinbase) angestrengt, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen eine Firma aufgekauft hat, die zuvor an Spionage-Software gearbeitet hatte.

Auf eine andere Frage antwortete Armstrong, dass er ein regelrechter Bitcoin (BTC) Liebhaber sei, weshalb er sich den Erfolg der marktführenden Kryptowährung wünscht. Allerdings gesteht er gleichzeitig ein, dass er in den Jahren 2013-2014 etwas zu stark für den Coin geworben habe, da er damals dessen Skalierbarkeit überschätzt hatte. Dahingehend erklärt er: „Ich habe total unterschätzt, wie kontrovers diese Thematik innerhalb der Bitcoin-Community werden könnte“.  

Im Zuge dessen sah Armstrong sich dem Vorwurf ausgesetzt, dass er versuchen würde, den Wert von Bitcoin künstlich aufzublasen. Um dem entgegen zu wirken, trat er nicht mehr als Fürsprecher von Bitcoin auf und entschied sich stattdessen, neutral gegenüber allen Coins zu sein. Coinbase würde sich vielmehr darum bemühen, alle Kryptowährungen zu unterstützen, anstatt Favoriten auszuwählen, wie Armstrong es wortwörtlich formuliert.

Auch Cointelegraph hatte zuvor schon berichtet, wie Armstrong sich in der Vergangenheit für Bitcoin stark gemacht hat. So hatte er zum 10. Geburtstag der Kryptowährung auf Twitter geschrieben, dass BTC gar seine „erste Liebe“ gewesen sei.