Nouriel Roubini: Blockchain ist „nicht viel mehr als eine Excel-Tabelle“

Nouriel Roubini, der berüchtigte Krypto-Kritiker, meint, dass Blockchain „nicht viel mehr als eine Excel-Tabelle“ ist. Die entsprechenden Äußerungen tätigte er am 25. Januar in einer Podiumsdiskussion, die von der Kryptobörse LaToken veranstaltet wurde.

Roubini erlangte große Bekanntheit, da er die Finanzkrise von 2008 vorhergesagt hat, was ihm den scherzhaften Spitznamen „Dr. Apokalypse“ eingebracht hat.

In der Diskussionsrunde auf dem Blockchain Wirtschaftsforum in Davos erneuerte Roubini seine Kritik, indem er sagte, dass Blockchain „die am meisten überbewertete Technologie aller Zeiten ist“. Bitcoin und andere Kryptowährungen bezeichnet er in diesem Kontext als „die Mutter aller Spekulationsblasen“. Außerdem ist er davon überzeugt, dass Blockchain und Krypto nichts mit Finanztechnologie und der Nutzung von Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zu tun haben.

Besonders Private Distributed-Ledger-Technologie sieht Roubini kritisch und meint, dass diese lediglich eine glorifizierte Datenbank sei, da sie nicht wirklich dezentralisiert arbeitet. Des Weiteren hätten auch die Zentralbank-gesteuerten Digitalwährungen (CBDCs) wenig mit Krypto und Blockchain gemeinsam. Roubini sieht in den CBCDs jedoch eine Chance, Privatpersonen den direkten Kontakt mit einer Zentralbank zu ermöglichen, anstatt dass diese nur Zugang zu normalen Banken haben.

Dahingehend zeigt Roubini sich optimistisch und vermutet, dass die CBDCs den Kryptowährungen überlegen sein werden, da sie das Bankenwesen auf drastische Weise verändern könnten. Auch der Finanztechnologie spricht er eine solche transformierende Wirkung zu. So könnte durch diese zum Beispiel das Bargeld abgeschafft werden. Blockchain und Krypto räumt er allerdings keinen Platz in diesem Prozess ein.

Roubini kritisiert die „Tokenisierung von allem“ ebenfalls scharf. Sollte jeglicher Wertgegenstand in Tokens verpackt werden, dann ginge die Gesellschaft zurück ins Zeitalter der Tauschmittel, so der Wirtschaftswissenschaftler. Er vergleicht dies mit der populären Zeichentrickserie Flintstones, in der die in der Steinzeit lebenden Cartoon-Figuren Muscheln als Tauschmittel benutzen, wohingegen Roubini eine vollständige Tokenisierung jedoch als noch schlimmer empfindet.

Zum Thema Datenschutz meint Roubini, dass keine Regierung oder Aufsichtsbehörde jemals eine Anonymitäts-Kryptowährung wie Monero zulassen würde. Im vergangenen Juni berichtete Cointelegraph dahingehend, dass der Japanische Verband für Kryptobörsen (JVCEA) den Handel von Anonymitäts-Tokens wie Zcash und Monero gänzlich verboten hat.

Die negative Haltung des „Dr. Apokalypse“ ist nicht neu, so äußerte er sich schon im vergangenen Oktober, in einem Interview mit Cointelegraph, ähnlich, als er aussagte, dass 99% der Kryptowährungen wertlos seien.