Laut einem Experten benötigen Krypto-Regulationen in Großbritannien noch zwei Jahre

Jeff Kaufmann, Legal Director der britischen Anwaltskanzlei Reynolds Porter Chamberlain (RPC), sagte, dass die Einführung von Vorschriften für den Kryptomarkt in Großbritannien zwei Jahre dauern könnte, heißt es in einer am 11. Oktober veröffentlichten Pressemitteilung von RPC.

RPC ist eine in London ansässige Unternehmens- und Versicherungskanzlei mit Büros in Bristol, Singapur und Hongkong und beschäftigt 720 Mitarbeiter, darunter über 80 Partner und 330 weitere Anwälte. Seit 2014 ist die Kanzlei dreimal mit dem Titel "Kanzlei des Jahres" ausgezeichnet worden.

Kaufmann sagte, dass die Umsetzung der Kryptomarktgesetze in Großbritannien etwa zwei Jahre dauern würde, da die Vorschläge in einem kürzlich erschienenen Bericht des Haushaltsausschusses des britischen Unterhauses (HM Treasury) weiter voranschreiten. Kaufmann stellt fest, dass frühere Präzedenzfälle zeigen, dass selbst geringfügige Änderungen am derzeitigen Regulierungssystem Jahre dauern können.

Laut Kaufmann würde die Einführung neuer Vorschriften zu einer verstärkten Beteiligung der Finanzaufsichtsbehörde des Finanzministeriums, der Financial Conduct Authority (FCA), führen und Bedenken darüber aufkommen lassen, ob die FCA über die notwendige Expertise und Mittel zur Regulierung der Kryptoindustrie verfügt.

Die Regulierung von Kryptowährungen werde "ein schwieriger und langwieriger Prozess", sagte Kaufmann, der die Notwendigkeit betonte, "ein Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Einzelhandelsteilnehmer und der Entwicklung des Kryptowährungsmarktes in Großbritannien zu finden". Er fügte hinzu:

"Der Wettlauf um ein praktikables und reguliertes System für Kryptowährungen ist sicherlich die Anstrengungen wert, da sich ihre Nutzung in Europa und weltweit weiter verbreitet. Die Schaffung eines Handelszentrums für Kryptowährung könnte auch positive Auswirkungen auf Unternehmen haben, die diese Märkte bedienen, wie etwa Makler, Investmentbanken und Depotbanken sowie eine mögliche Erhöhung der Steuereinnahmen für Behörden."

Im September forderte der Haushaltsausschuss des Unterhauses eine Lösung für bestimmte Probleme im Zusammenhang mit der digitalen Währung, wie z. B. Preisschwankungen, schlechten Verbraucherschutz, das Risiko von Hackerangriffen und Geldwäsche. Der Ausschuss forderte die FCA auch auf, Kryptowährungen zu beaufsichtigen, obwohl die FCA derzeit weder befugt ist, Emittenten von digitalen Vermögenswerten noch Kryptobörsen zu regulieren.