Chefin der russischen Zentralbank sagt, dass das ‘Kryptofieber’ langsam zu sinken beginnt

Die Leiterin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiullina, glaubt, dass das "Kryptofieber" zu sinken beginnt, berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti am Donnerstag, den 18. Oktober.

Nabiullina, sagte während sie auf dem Finanzinnovationsforum Finnopolis in der südrussischen Stadt Sotschi sprach, dass sie glaubt, dass Kryptowährungen und Blockchain jetzt rationaler behandelt werden:

"Glücklicherweise hat das Kryptofieber abgenommen. Technologien wie die Blockchain haben große Begeisterung ausgelöst, aber jetzt, soweit wir sehen können, ist die Annäherung an sie nüchterner."

Die Chefin der Zentralbank wies außerdem darauf hin, dass Unternehmer nun nach Möglichkeiten suchen, Blockchain in ihrem Geschäft zu implementieren. Zum Beispiel erwähnte Nabiullina Initial Coin Offerings (ICO) und betrachtete sie als "eine perfekte Methode, Geld zu sammeln". Sie fügte jedoch hinzu, dass die Fundraising-Methode kaum vor Betrug geschützt sei.

Als Schlussfolgerung stellte Nabiullina fest, dass die digitalen Finanztechnologien endlich in großem Stil angenommen wurden und erklärt:

"Digitale Finanzierung ist nicht mehr die Welt der fortgeschrittenen Verbraucher. Es ist die Welt der Massenkonsumenten."

Nabiullina ist bekannt für ihre pessimistische Herangehensweise an Kryptowährungen und die Technologien dahinter. Bereits im Jahr 2017 verglich sie das internationale Interesse an Kryptowährungen mit dem "Goldfieber".

In diesem Jahr nannte Nabiullina Kryptowährungen "Geld-Ersatz", und erklärte, dass sie nicht an russischen Börsen gehandelt würden. Darüber hinaus sagte sie, dass die Zentralbank "kategorisch dagegen" sei, Kryptowährung zu regulieren oder sie mit ausländischer Währung gleichzusetzen.

Trotz der konservativen Haltung der Zentralbank sind russische Großbanken Berichten zufolge an der Zusammenarbeit mit Kryptoaktiva interessiert. Laut lokalen Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, organisierten Vertreter russischer Banken sogar einen privaten Runden Tisch, um mehr über kryptobezogene Gesetzgebungen in Japan, Luxemburg und Singapur zu erfahren und darüber hinaus wie man sie an den russischen Raum anpassen kann.

Wie Cointelegraph zuvor in einem Rückblick auf die aktuelle Rechtslage für Krypto in Russland schrieb, kämpft das Land um eine Gesetzgebung für Kryptowährungen.

Der letzte Gesetzesentwurf soll eine Definition für "Kryptowährung" beseitigen, während Mining als "Freigabe von Token zur Anziehung von Kapitalinvestitionen" definiert wird. Um die vermeintlichen Widersprüche in der bestehenden Gesetzesvorlage zu klären, hat eine Lobbygruppe, die Russian Union of Industrialists and Entrepreneurs (russische Union von Industriellen und Unternehmern - RSPP), damit begonnen, an einem alternativen Kryptoregulierungsentwurf zu arbeiten.