Cryptopia-Auflösung: Liquidierung laut Insolvenzverwalter sehr kompliziert

Der Insolvenzverwalter der gehackten neuseeländischen Kryptobörse Cryptopia hat in den letzten sechs Monaten fast 11 Millionen Dollar wiedererlangt. Der Prozess bleibt nach ihrer Aussage jedoch schwierig.

In seinem zweiten Bericht über seine Aktivitäten bei Cryptopia bestätigte Grant Thornton, dass sich die Einnahmen von Mai bis November auf rund 10,9 Millionen neuseeländische Dollar (7,18 Millionen Dollar) summierten.

Wiedererlangung verlorener Gelder

Die Aufwendungen, einschließlich der Zahlungen an bestimmte bevorzugte Gläubiger, betrugen 3,74 Mio. NZ$ (2,46 Mio. USD), was zu einer Netto-Rückerstattung von 7,2 Mio. NZ$ (4,74 Mio. USD) führte.

"Wir untersuchen weiterhin die Angelegenheiten des Unternehmens und seiner Direktoren in der Zeit vor unserer Ernennung, um festzustellen, ob dem Unternehmen weitere Möglichkeiten der Rückgewinnung von Mitteln zur Verfügung stehen", fasst der Bericht zusammen.

Grant Thornoton äußerte sich nicht dazu, wie lange die noch ausstehenden Gläubiger auf die Rückzahlung warten müssten, und erklärte: "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht praktikabel, einen Abschlusstermin für die Liquidation zu schätzen.

Paradebeispiel für Komplexität von Kryptowährungen

Cryptopia war im Januar dieses Jahres abgeschaltet worden, nachdem Hacker Gelder im Wert von rund 16 Millionen Dollar gestohlen hatten. In einem langwierigen Prozess konnten die Insolvenzverwalter Details zu Benutzertransaktionen herausarbeiten. Der Abgleich der Mittel dauert jedoch weiterhin an.

"Es gab noch keinen detaillierten Abstimmungsprozess zwischen den Kundendatenbanken und den in den Wallets aufbewahrten Krypto-Assets", so der Bericht weiter.

Grant Thornton konzentriert sich derzeit auf die Konten von über 900.000 aktiven Nutzern, die möglicherweise mehr als 900 verschiedene Kryptowährungen betreffen.

Wie Cointelegraph berichtete, kämpfen Kryptobörsen weltweit weiterhin mit Hacks. Die größte Beachtung gilt weiterhin dem Mega-Verlust durch den ehemaligen kanadischen Börsenplatz QuadrigaCX.

Anfang dieses Monats verschwand auf mysteriöse Weise Kryptowährung im Wert von etwa 340.000 Dollar aus den Büchern der südkoreanischen Plattform Upbit. Einige Analysten gehen davon aus, dass es sich dabei um einen Insider-Job handelte. Die Nutzer werden mit Firmenmitteln entschädigt.