Physische Bitcoins als "Münzen" bezeichnet: Tschechische Zentralbank droht mit Geldstrafe

Die Bitcoin (BTC)-freundliche, tschechische und kryptoanarchistische Bewegung Paralelní Polis hat eine Verwarnung von der Zentralbank des Landes wegen der Ausgabe eigener Münzen erhalten.

Geldstrafe der Zentralbank "völlig unsinnig"

Wie Vertreter am 3. November auf Twitter meldeten, hat die Tschechische Nationalbank (CNB) sich beschwert, dass Paralelní Polis den Begriff "Münze" zur Beschreibung der Silber-Token verwende, die die Organisation derzeit präge.

Im Jahr 2018 erschien ein neues Gesetz, das der CNB das alleinige Recht auf das Wort "Münze" einräumte. 

"Die Tschechische Nationalbank hat uns offiziell eine Geldstrafe angedroht, wenn wir das Wort "Münze" auf unserer Webseite weiterhin verwenden. Die Bank behauptet, ein #Monopol auf das Wort zu haben", so der Twitter-Post.

Martin Leskovjan, der Vorsitzende der Gruppe, bezeichnete die Situation im Gespräch mit der lokalen Medienplattform Seznam Zprávy als "völlig unsinnig".

"Wir werden die Münze auch Münze nennen", fasste er zusammen. 

Regierung begrüßt Krypto nicht mehr

Seit 2014 ist Paralelní Polis eine bekannte Bitcoin-Organisation in der tschechischen Hauptstadt Prag und besitzt verschiedene Einrichtungen. Darunter etwa ein Café, das BTC-Zahlungen akzeptiert. 

Die Silbermünzen sind eines der neuesten Projekte des Kollektivs und haben einen nominalen Wert in Höhe von 0,01 BTC (92 US-Dollar). Diese werden über eine Partnerschaft mit dem Startup für physische Währungen namens BitNotes ausgegeben.

Jede Münze trägt das Bild einer von drei Prominenten, die sowohl im Bitcoin-Raum als auch darüber hinaus von Bedeutung sind: Ross Ulbricht, Julian Assange und Aaron Swartz.

"Mit diesem Projekt wollten wir Leute ehren, die gegen das System rebellierten und deren Arbeit bedeutend zur Freiheit des Internets beigetragen hat", wie es in einem Blogbeitrag über das Projekt heißt. 

Wie Cointelegraph berichtete, ist die Tschechische Republik eher konservativ im Hinblick auf Kryptowährungen. Im August beschlossen die Behörden, strengere Regulierungen einzuführen, als die Europäische Union sie fordert. 

Den neuen Anforderungen zufolge könnte Kryptowährungsfirmen, die ihre Aktivitäten nicht melden und sich nicht registrieren lassen eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 20.000 US-Dollar drohen.