Deutsche Börse und Commerzbank testen Blockchain mit digitalem Repogeschäft

Die Deutsche Börse und die Commerzbank haben im Rahmen eines Proof-of-Concepts (PoC) zur Generierung digitaler Token von Geld und Wertpapieren ein Blockchain-Repogeschäft abgewickelt, so die Deutsche Börse in einer Mitteilung vom 6. Februar.

Das Repogeschäft, bei dem Wertpapiere mit gleichzeitigem Rückkauf auf Termin verkauft wurden, diente einem Machbarkeitsnachweis.

Für die Transaktion seien zunächst digitale Tokens in Form von Buchgeld als Cash Token sowie von Wertpapieren als Securities Token generiert worden, erklärt die Deutsche Börse. Anschließend sei zeitgleich auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie der Austausch der Token rechtsverbindlich abgewickelt worden.

Während die Deutsche Börse bei dem PoC als Geldgeber auftrate, habe die Commerzbank als Wertpapiergeber Geldnehmer und über ihre Forschungs- und Entwicklungseinheit Main Incubator als Blockchain-Plattform-Betreiber teilgenommen.  Die eingesetzte Technologie und das zugrundeliegende Rechtskonzept sei gemeinsam von den Partnern entwickelt worden. Zu den Details der Transaktion heißt es in der Medienmitteilung:

“Das Repogeschäft basiert auf einer Schuldverschreibung der KfW Bankengruppe in Höhe von 10 Millionen EUR und einer Laufzeit von sieben Tagen mit einem negativen Zins von -0,5%. Repos sind besicherte Geldmarktinstrumente, mittels derer Banken ihren kurzfristigen Liquiditätsbedarf durch die Hinterlegung von Wertpapieren decken.”

Mit dem Vorgang sei der Beweis erbracht worden, “dass eine rechtssichere, effiziente und transparente Abwicklung mittels Lieferung-gegen-Zahlung von tokenisierten Wertpapieren und Geld-Tokens über die Blockchain möglich ist”, so die Deutsche Börse.

Zu den weiteren Blockchain-Plänen der Deutschen Börse hatte sich Jens Hachmeister, Head of DLT, Crypto Assets and New Market Structures, erst Ende Februar geäußert. Demnach will der Börsenbetreiber künftig auf eine gemeinsam mit HQLAx entwickelte Collateral-Management-Lösung setzen. Zu dessen Funktionsweise sagte Hachmeister:

“Technisch gesehen erfolgt im ersten Schritt eine Tokenisierung von Wertpapieren. Es gibt also eine Ebene, die auf DLT basiert, die aber verschiedene Anknüpfungspunkte in die etablierte Wertschöpfungskette hinein hat. Auf der Handelsebene ist dies das Eurex-Repo-System, das ist ein elektronischer Handelsplatz, auf dem außerbörsliche Finanzierungsgeschäfte getätigt werden. Die Deutsche Börse fungiert dabei als so genannte Trusted Third Party, an welche Depotstellen angebunden werden können.”

Neben der Deutschen Börse arbeiten auch andere europäische Börsenbetreiber an eigenen Lösungen zum Handel von Aktien über die Blockchain, so etwa die Schweizer SIX Group mit ihrer noch in Entwicklung befindlichen SDX-Plattform.