Die nigerianische Krypto-Community hat die europäischen Stablecoin-Regeln der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) als positive Entwicklung gelobt und erklärt, es sei wichtig, dass Länder ihre Interessen in Bezug auf Krypto-Projekte in den Vordergrund stellen und dadurch ihre lokalen Währungen schützen.
In einem Interview mit Cointelegraph sprach der nigerianische Daten- und Politikanalyst Obinna Uzoije darüber, was die Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECOWAS) von Europas MiCA-Verordnung lernen kann. Er hob die zahlreichen Vorteile hervor, die der regulatorische Rahmen der ECOWAS in Bezug auf Kryptowährungen den Mitgliedsstaaten bringen würde.
MiCA: Stablecoin-Regelung
Uzoije erklärte, dass Stablecoins derzeit der wichtigste Anwendungsfall für Krypto-Assets seien. Ihm zufolge gebe es insbesondere in Afrika mehr Transaktionen mit Stablecoins als mit jeder anderen Art von digitalen Vermögenswerten.
Vor diesem Hintergrund ist das "Stablecoins Regime" der MiCA-Verordnung, die am 30. Juni in Kraft tritt, ein wichtiger Meilenstein für die Regulierung von Krypto-Assets in Europa und möglicherweise darüber hinaus.
Ohne Übergangsfrist erfordert diese Verordnung, dass Emittenten und andere Einrichtungen eine MiCA-Lizenz einholen, um innerhalb der Europäischen Union öffentlich vermögensbezogene Token (ARTs) oder E-Geld-Token (EMTs) anzubieten oder zu handeln.
Krypto-Investoren in die ECOWAS locken
Nach Ansicht von Uzoije bietet die derzeitige Führung der ECOWAS durch den nigerianischen Präsidenten Bola Tinubu der Organisation die perfekte Gelegenheit, einen regulatorischen Rahmen für Krypto-Projekte zu entwickeln.
In einigen ECOWAS-Ländern, wie Sierra Leone, werden Kryptowährungen jedoch streng behandelt oder sogar ganz verboten. Ein allgemeiner Regulierungsrahmen der ECOWAS für ihre 15 Mitgliedsländer könnte dazu beitragen, diese Beschränkungen zu lockern.
Ein einheitlicher Rechtsrahmen für alle ECOWAS-Mitgliedstaaten würde potenziellen Krypto-Investoren die dringend benötigte Klarheit bieten. Uzoije schlug vor, dass ECOWAS-spezifische Regeln Investitionen in allen Mitgliedsstaaten vereinfachen würden, da man dann nicht mehr mehrere nationale Vorschriften einhalten müsste.
"Das könnte mehr Investoren anlocken, indem die regulatorische Unsicherheit beseitigt wird. Diese ist weltweit einer der größten Nachteile von Krypto-Investitionen. "
Uzoije sagte das mit Blick auf die Tatsache, dass die nigerianischen Behörden Geldwäsche als wesentliches Problem mit Binance in ihrem laufenden Streit genannt haben. ECOWAS noch besser gegen Geldwäsche vorgehen, indem sie einen einheitlichen regulatorischen Rahmen in ihren Mitgliedsstaaten schafft.
Nach Ansicht von Uzoije würde das die Verfolgung von Geldwäsche durch Kryptounternehmen innerhalb der ECOWAS vereinfachen. Auch das Problem mit dem Terrorismus wurde mit der Kryptofinanzierung in Verbindung gebracht. Klare Vorschriften würden den Behörden helfen, gegen Terrorismusfinanzierung vorzugehen.
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